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Ohne Schnittmuster kein Anschluss

Traum:
In einem weit hinten liegenden Raum, der üblicherweise Reisegruppen oder geschlossenen Gesellschaften vorbehalten ist. Es ist ein angenehmer Ort, da fern von Trubel und Hektik. Seit geraumer Zeit genieße ich den Aufenthalt hier und arbeite in aller Ruhe eine informative Zeitschrift durch. Anfangs mit reiner Freude, jedoch mehr und mehr mit einem schlechten Gewissen, dessen Ursprung ich nicht benennen könnte. Möglicherweise rührt es daher, weil ich die Zeit für eigene Interessen vertrödele.

Ich stehe auf, packe meine Sachen und… da betritt eine Gruppe Frauen den Raum. Sie alle tragen genau die Zeitschrift bei sich, die ich hier durcharbeitete. Bald kommt eine Workshopleiterin hinzu und legt einen Überblick über die geplanten Workshopinhalte dar. Die Teilnehmerinnen schlagen die jeweils genannten Seiten auf. Ganz schnell wird eine gemeinsame Entscheidung darüber getroffen, welches Modell heute erarbeitet werden soll. Ahaaa! Gut, da möchte ich mitmachen. Wie praktisch, da ich vorhin ja schon allein damit begonnen hatte. Das Heft enthält bemerkenswert viele Schnittmusterbögen, die alle, zu unterschiedlichen Formaten gefaltet, eingeheftet sind. In meinem Heft fehlt nun ausgerechnet jener Schnittmusterbogen, der heutige Vorlage ist: Nr. K 8….
Das ist ja blöd. Mit lauter Stimme verkünde ich das Fehlen des Materials und verspreche mir wohl davon, dass es mir jemand zukommen lässt. Schließlich kann das ja nicht spurlos verschwunden sein! Die Workshopleiterin scheint mich zu ignorieren, während die Teilnehmerinnen offenkundig von mir genervt sind. Sie werfen mir Blicke zu… als sei ich nur zu dämlich, den richtigen Bogen herauszusuchen. Doch so ist es nicht! Hier! Ich durchblättere sämtliche Bögen, damit es jede sehen kann: er fehlt!! Die Blicke werden ablehnender und manche Frau zischelt mir sinngemäß zu: „Zick hier nicht rum!“

Es gelingt mir auf keiner Ebene, den Anschluss zu finden. Ich bin genervt, frustriert und spüre anschwellenden Ärger. Das ist doch alles ein Mist hier, Mensch! Da ich ohne Schnittmusterbogen eh nicht mitmachen kann, überlege ich zu gehen. Mich hält nur die Überlegung ab, dass ich dann mit der Kostenstelle Ärger bekommen könnte, wenn ich die Gelegenheit der Teilnahme nicht wahrnehme, da ich für diesen Workshop angemeldet bin und dieser auch bezahlt wurde. Mit etwas ungemütlichem Gefühl verlasse ich diesen Ort… womöglich halten mich die anderen Frauen für unfähig.
[...]
Der Weg führt den linkseitigen Bürgersteig entlang durch helle Nacht. Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs. Die Häuser liegen ganz still. An einer kleinen Straßenecke ein kleiner Haufen Sperrmüll. Dort ein Mülleimer, der mir sofort ins Auge fällt. Aus zweierlei Gründen:
Einmal erinnert er mich an eine dreißig Jahre zurückliegende Zeit im Landhaus… Ich sehe mich Asche in den Mülleimer schütten.
Zum anderen erinnert er mich daran, dass ich mit meinem derzeitigen Schwingdeckel-Mülleimer nicht zufrieden bin und schon lange einen anderen haben möchte. Ja hey, dieser ausrangierte Tritt-Mülleimer ist genau so, wie ich ihn mir vorstelle! Aus schwerem Material und mit einem chromglänzenden, kuppelförmigen Deckel. Außerdem hat er genau die richtige Größe; ist weder zu groß noch zu klein. Genau das Richtige für meinen Haushalt. Leider bekomme ich ihn auf dem Rad schlecht mit… Er ist schließlich nicht nur unhandlich, sondern auch schwer. Mit dem Auto könnte ich ihn gut mitnehmen… – vielleicht kann ich Mike überzeugen und ihn mit dem Auto hierher schicken!?

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