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Ganesha und die Niedergeschlagenheit

Traum:
Zeit und Raum vergessen. Völlig versunken im Dachgeschoss tätig. Eine liebe Freundin, unbekannt, ist auch hier oben; stets ein wenig entfernt, mir aus der Ferne immer wieder ein Lächeln schenkend, während sie voller Interesse zu dem schaut, das unter meinen Händen entsteht. Ich habe ein gutes Gefühl.

'Ganesha' von Traumzeit Vor mir eine Gestalt, gut einen Meter groß, die ich bereits am Vortag aus einer kalkgrauen Modelliermasse formte. Sie hat einen mächtigen Kopf mit sehr großen, nach oben leicht spitz zulaufenden Ohren – einem Elefanten ähnelnd, doch ohne Rüssel. In den Ohren kleine Ringe. Ein kleines Hütchen auf dem Kopf. Ganz offene, kindlich-runde Augen und die Lippen… sie lassen an das Lächeln Buddhas denken. Sein Bauch ist offen, wie eine halbrunde Pflanzschale, die er beiderseits mit Händen hält; so wie jemand, der seinen Bauch vor Lachen hält.

Mit den Fingern fahre ich die Konturen nach, glätte unebene oder rissige Stellen, dann scheint die Figur getrocknet zu sein. Mit einem Male sehe ich sie mehr von unten und entdecke noch formbare Stellen am Pflanzschalenbauch und an den Ohren. Ja, je mehr ich schaue, umso mehr feuchte, also noch formbare Flächen entdecke ich. Allerdings ist er fertig und setzt sich nun in Bewegung. Vergnügt stapft das kleine Kerlchen los, um etwas zu spielen. Bei seinem Anblick wird mir das Herz ganz weit. Er geht durch einen flachen, bogenförmigen Durchgang in goldgelbes Licht hinein… bleibt am Bogen mit einem Ohr hängen… doch es stört ihn nicht. Unbeirrt setzt er seinen Weg fort. Oje, hoffentlich reißt er sich nicht das Ohr ab! Doch er ist noch feucht am Ohr, so dass es ausreichend nachgibt. Gutgegangen!

Wenig später gehe ich hinüber ins Dachzimmer, wo meine beiden Kinder spielen. Mal sehen, ob es etwas zum Aufräumen gibt. Moina und Ganesha sind ganz friedlich in einem gemeinsamen Spiel versunken. So gehe ich, gedankenverloren, an ihnen vorüber, trete an das Gaubenfenster und schiebe den sonnengelben Verdunkelungsvorhang beiseite… Ein heftiger Regen setzt gerade ein. Die Tropfen prasseln an das Fenster. Bald peitschen Wassermassen gegen die Scheibe. Ich schaue nach links, hinüber zum Giebelfenster. Auch dort zeigt sich das Wetter ebenso! Immer gewaltiger schlagen Wind und Regen auf das Dach ein. Ich trete zu Moina und Ganesha, die unter der Dachschräge spielen. Ich stemme die Hände gegen die Schräge und spüre, dass die Dachlatten schon gelöst sind, nur noch von den Tapeten gehalten werden. Langsam drückt das Dach ein! Ich versuche mich schützend über die Kinder zu beugen, gleichzeitig das Dach stützend! Und anfangs glaube ich sogar, ausreichend Kraft zu haben. Doch unnachgiebig drückt das Dach nun ins Haus, presst mich nieder… Moina kann ich nicht mehr sehen, sie verstummte inzwischen. Ganesha, der sich etwas weiter weg aufhielt, ist schon lange nicht mehr wahrzunehmen… Mit Macht drückt das Dach mich weiter runter. Ich befürchte Schlimmstes…

…und wache auf.

Notiz:
Das Erleben am Ende des Traumes erinnert an den Unfall auf Elba. Genau so war mein Erleben, als mich das durch die Luft wirbelnde Surfbrett zu Boden drückte.

Om, Ganeshaya namah!

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