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Mahl mit Fremden

Traum:
Früher Vormittag. Im Eiltempo laufe ich zur Bahn, die nur alle halbe Stunde abfährt; dabei sorgenvolle Gedanken, da noch nicht gewährleistet ist, dass Moina gut untergebracht. Bis 15 Uhr werde ich für den Behördengang brauchen. Als ich den Bahnhof erreiche, habe ich Glück: Die Bahn wartet mit offenen Armen Türen – habe ich also genau den Zeitpunkt der Abfahrt erwischt, so ein Zufall! – und Mike sitzt zufällig am Bahnsteig und sagt, er wolle sich um Moina kümmern. Mit einem Male fällt die ganze Anspannung ab und ich steige direkt in die Bahn, durchquere den Dachboden, der mit Wäscheleinen bespannt, an denen viele Laken hängen – Kritik der reinen Vernunft. Ein Anruf von Frau Traub erreicht ich. Sie will für heute einen Termin mit mir absprechen. Doch das ist zu kurzfristig, schon wegen des Behördentermins, und ich sage freundlich ab. Sie ist etwas verärgert.

Entspannung dann in einem gemütlichen Raum, der im Dunkel liegt, aber von einigen Kerzenlichtern erhellt ist. Menschen verschiedener Länder und Kulturen kommen an einem Tisch zusammen. Wir essen leckere Dinge; für jeden wurde ganz speziell etwas zubereitet. Auf meinem Teller geröstete Tomaten mit köstlichem Olivenöl beträufelt, und Fetakäse. Das Essen schmeckt wirklich ungewöhnlich lecker! Dieser Augenblick, da ich das feststelle, hält einen Moment an und ich registriere das sehr aufmerksam. Die Unterhaltungen sind wie… wie das Essen: geschmackvoll, würzig, qualitativ hochwertige Zutaten mit Liebe zubereitet. Ich fühle mich unter den Fremden gut aufgehoben. Deshalb erzähle ich von dem, was mich kurz zuvor sehr betrübt hat: „Ich verstehe die Sprache nicht!“ Die Aussage bezieht sich auf eine vorherige Situation, in der ich kein Verständnis für eine Sache erlangen konnte, obwohl ich mich so sehr darum bemühte. Meine Fremden am Tisch, die wie Freunde sind, zeigen alle größtes Verständnis für mich: Jede/r findet tröstende Worte in seiner Landessprache und sagt: „Das geht mir auch so.“ Da muss ich, trotz aller Traurigkeit in mir, lächeln und sage nachdenklich: „Das ist vielleicht das Gute daran… dass ich so echtes Mitgefühl für Sie haben kann.“ Alle nicken zufrieden, sind wir doch alle Fremde, irgendwo auf dieser Welt. Gemeinschaftsgefühl – hier fühle ich mich aufgehoben.

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