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Knastgesang

Traum:
Der Raum schließt sich einer Werkshalle an. Vielleicht bin ich in einem Magazin. Kein Mensch da. Das Radio spielt. Hey, ein Stück von Udo Lindenberg! Von dem habe ich ja schon lange nichts mehr gehört. Dies ist offenbar ein neuer Song… peppiger Sound, dazu Sprechgesang:

„Wir sitzen im Knast, hey!
Was das mit uns macht, ey!
Nun mach’ ich ‘nen Furz
Einen Moment lang wird es ganz still,
dann kommt er, ganz leise und und kaum der Rede wert:

*furrz*

Die Musik setzt wieder ein. Ich kann es kaum glauben… Da lässt er tatsächlich einen Furz in diesem Song und gibt diesem durch Stille hörbaren Raum. Witzig, der Text geht ins Ohr und erzählt davon, dass man auch im Knast ein frohes Leben haben kann, wenn man innere Freiheit erlangt.

In der Werkshalle. Mehr am Rande. Einige aneinander gereihte Schultische. Dahinter sitzt eine junge Frau in blaugrauem Arbeitskittel, umgeben von undefinierbaren Arbeitsmaterialien. Ich stehe vor diesem Tisch. Rechts von mir sitzt ihr Mann auf dem Tisch, mir zugewandt, meinen rechten Arm fortwährend streichelnd… auf und ab, auf und ab… Er gibt mir so viel Liebe und Wärme mit. Seine Frau spricht von einer Verkaufsparty bei sich zu Hause. Er schlägt ihr sofort vor, auch mich einzuladen. Sie lacht, findet seine Idee völlig abwegig und begründet das: „Nee, da kommen nur nette und normale Leute!“
Ich spüre, wie sich ein Grinsen in meinem Gesicht breitmacht, und bin sprachlos vor Verblüffung. Never ever wäre ich auf den Gedanken gekommen, mich nicht zu den netten und normalen Menschen zu zählen! Auch der Mann sagt mit erstauntem Ausdruck: „Aber sie ist normal, und auch nett. Lade sie ein und Du wirst sehen!“

Notiz:
Am Vorabend Folsom Prison Blues gehört, ohne dass es mir bewusst war, da auf interessante Arbeit konzentriert – Dank an Mike für diesen Hinweis.

Und dann war da noch das Radio von der Scheineinheit….

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