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Bestandsaufnahme und Unterwasserhutzelmännlein

Traum:
Eine ausführliche Untersuchung steht bevor. Nicht zum ersten Mal, denn diese wird in größeren Abständen wiederholt vorgenommen. Es geht um eine innere Bestandsaufnahme, die für Übersicht sorgen soll. Der Mann – Typ ‘Volkshochschuldozent’ – trifft letzte Vorbereitungen. Ich genieße die Zuwendung. Viele seiner Fragen sollen Antwort finden.

Rundum im Arbeitszimmer – mit Ausnahme einer breiten Fensterfront, links von mir – lagern bis unter die Decke Papiere, Dokumente, Akten. Die meisten Unterlagen stehen ohne von einem Ordner umfasst zu sein, ohne Abgrenzung, aber nach Themen sortiert. Während des folgenden Gesprächs sollen zum Teil auch Video- oder Audioaufnahmen gemacht werden. Die Sache verzögert sich etwas, da derzeit noch grundlegende Aufräumarbeiten im Arbeitszimmer stattfinden. So sagt der Mann, ich solle ein wenig warten und bietet mir gleichzeitig an, es mir solange in den Privaträumen in der ersten Etage gemütlich zu machen.

Toll, im nächsten Augenblick finde ich mich dort wieder. Helle Räume mit hellen Möbeln und Arrangements die von den Händen seiner Frau erzählen. Rechts von mir lassen eine Reihe von Panoramafenstern viel sanftes Sommerlicht hinein. Ein warmer und ganz stiller Ort – wunderbar. In gebührendem Abstand zu den Fenstern steht ein Aquarium ohne Wände. Einfach nur das Wasser dort, von Schwebeteilchen grün gefärbt. In dem Wasser schweben Hutzelmännchen deren lange Bärte leise im Wasser schweben und wellen. Einer von ihnen trägt ein braunes Schamanenhütchen. Ein anderer trägt eine rote Zipfelmütze mit weißen Streifen aus Strick. Am Ende des Zipfels ein kleiner Bommel. Der Zipfel hängt vor dem Gesicht des Hutzelmännchens, der es mit spitzen Mund beiseite pustet. Doch das Wasser, wenn auch still, bietet so viel Widerstand, dass der Zipfel fast im gleichen Moment wieder vor seinem Gesichtchen hängt. Mit hochgezogenen Augenbrauen, und einem staunend o-förmigen Mund macht er eine fast kindliche Handbewegung, um den Zipfel nach hinten zu schlagen. Doch der Schwung genügt nicht und der Zipfel hängt wieder vor dem Gesicht. Ich schaue dem zu, berührt und ein bisschen heiter gestimmt, so drollig und lieb wirkt das Zipfelmützenmännlein.

Der Mann bittet mich nun zur Untersuchung ins Arbeitszimmer. Er sagt, ich solle schon mal vorgehen, er komme auch gleich. Und ich solle schon mal den ‘gläsernen’ Infobehälter aus dem Regal suchen. Ich wisse ja Bescheid, da ich sein Vorgehen von den letzten Malen kenne. Ja, klar. Doch so sehr ich meinen Blick auch schweifen lasse, ich kann den Infobehälter nirgends entdecken! Kann es sein, dass er gar nicht mehr hier zu finden ist? Der Mann ist inzwischen eingetreten und geht an mir vorbei zu seinem Schreibtisch. Dort sind noch einige männliche Helfer mit dem Aufräumen beschäftigt. Sie tragen Aktenordner, Taschen, Dokumentenstapel nach nebenan ins Archiv. Da entdecke ich meine kleine Reisetasche – mittelblau, hellbraun abgesetzt – zwischen all den Dingen. Darin sind, so weiß ich mit einem Male, meine wesentlichen Unterlagen, die besser griffbereit zur Verfügung stehen sollten. Es wäre gut, diese Tasche zuletzt ins Archiv zu bringen, damit sie nicht aus den Augen gerät. Am liebsten wäre mir allerdings, meine Reisetasche bliebe nah beim Schreibtisch und somit in Sichtweise Sichtweite.

Notiz:
Das Archiv ist das fensterlose Nebenzimmer aus dem Traum ‘Tartare’

Traumverknüpfungen:
Im Rübezahlwald
Schamanenköpfe in heiliger Ruine
Seltsame Phänomene mit jungem Liebenden
Samsara de samsara

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