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Trommelfrust

Traum:
Möglich, dass es meine Trommel ist, die ich seit einigen Minuten ausprobiere. Anfangs war ich recht zufrieden damit, doch jetzt – je wacher ich werde – erkenne, fühle und höre ich die Mängel: Der Klang ist gar nicht, wie anfangs empfunden, von erdiger Tiefe und üppigem Volumen. Der Versuch, ein Bass zu schlagen… nein, es tönt kaum nach. Unbefriedigend. Auch meine Fingerspitzen empfinden Enttäuschung. Meinte ich anfangs, ein echtes Trommelfell (Ziegenfell) zu spüren, so entpuppt es sich nun als künstliches Material, das ich ungern berühren mag. Eine billige Plastiktrommel nur.

Hm, vielleicht sehe ich das alles zu negativ. Vor einigen Minuten noch war ich doch zufrieden?! Also… Schlagtechnik verändern… mit mehr Gefühl spielen, ganz vorsichtig an dieses empfindliche Instrument herantasten… Denn ich bemerkte gleich, dass dieses künstliche Trommelfell nur wenig flexibel ist und schnell zu reißen droht. Ja, vorsichtigere Schläge lassen vielleicht auch die erwünschten Klänge entstehen. Auch wenn ich es mir jetzt gut hindenke, so bleibt ein Gefühl der Unzufriedenheit und Frustration. Zumal immer wieder der Eindruck entsteht, das Trommelfell zeige erste Einbrüche und Risse – die sich bei nochmaliger Betrachtung allerdings als nicht gegeben erweisen; oder täusche ich mich? Wie auch immer, mit einem schlechten Instrument lässt es sich eben auch nicht gut spielen.

Nur… sehe ich das wirklich richtig? Um Objektivität bemüht, betrachte ich erneut die Trommel. Ja, das Trommelfell ist nach wie vor kein echtes. Aber so starr, wie es mir anfangs erschien, ist es ja gar nicht! Ganz im Gegenteil! Ein leichter Schlag führt dazu, dass das Trommelfell ganz weich in sich zusammensinkt! Wie kann das sein? Ich drehe die Djembe zur Seite und erkenne es nun: ein weißer Luftballon wurde über den Klangkörper gespannt und aufgeblasen. Wenn ich nun die Trommel schlage, dann führt der Druck dazu, dass die Luft aus dem ungesicherten Mundstück entweicht. Ohne Schläge geschieht es nicht, da die Spannung selbst das Mundstück dicht hält. Ich blase Luft in den Ballon, bis die Oberflächenspannung wieder brauchbar ist und probiere weiter, zu einem befriedigenden Spiel zu kommen,
bis ich aufwache.

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2 Antworten zu Trommelfrust

  1. Nur … warum eine Trommel? Warum diese doch sehr straffe Spannung?

  2. REPLY:
    Wow, mit diesen Fragen hatte ich (hier) nicht gerechnet. Sie erinnern mich an etwas, das ich schon wieder vergessen hatte: Während ich diesen Traum niederschrieb, wehte mir die Frage durch den Kopf, wofür die Trommel wohl stehen mag. Ich fand keine Antwort; meine Gedanken tauchten wie in eine zurückfedernde Nebelwand.

    Ihre Fragen sind gut; sie zerren wie kleine wissbegierige Kinder an mir.