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Arabische Münzen

Traum:
Im Privathaus meiner Arbeitgeber. Heute soll ein Fest stattfinden. Ich bin als Haushälterin tätig, aber ebenfalls zu Gast. Der Hausherr und ich eilen Hand in Hand einen Mittelgang entlang und überlegen sehr vergnügt, was als nächstes getan werden muss. Ich fühle mich total wohl, bin glücklich – wir verstehen uns so gut.

Das Haus bietet viele Räume, aber jetzt im Sommer, bei dem schönen Wetter, soll natürlich draußen gefeiert werden. Blöderweise steht das große Haus auf einem nicht ganz so großen Grundstück; es gibt nur einen kleinen Grünstreifen rundum. Übermütig schlage ich vor: „Können wir das Haus nicht einfach ein Stück versetzen? Dann wäre auf der Terrasse mehr Platz.“ Ja, denn die Flächen zweier Grünstreifen nebeneinander ergäben schließlich ein nettes Plätzchen für die Gäste.

„Sehr witzig…“ muffelt der Hausherr, mit nun übler Laune.

Oh… All die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit ist mit einem Male verflogen. In meinem Bauch in dumpfes Druckgefühl. Au Mann, hätte ich das gewusst, ich hätte meine Klappe gehalten.

Draußen gesellt sich der Hausherr zu den ersten, übrigens ausschließlich männlichen Gästen. Schnell nehme ich die noch feuchte Wäsche von der Leine, die quer über dem Sitzplatz hängt. Eigentlich hatte ich noch eine Ladung Wäsche dazu aufhängen wollen, aber naja, unter diesen Umständen hole ich das später nach. Sonderbar, feuchte Wäsche von der Leine zu nehmen… – so schwer irgendwie.

Ich stehe auf der Kellertreppe, Blick zum oberen Treppenabsatz vor angelehnter Türe. Die Hausfrau hat hier einige Sachen abgelegt. Es liegt im Weg, also sortiere ich. Da sind einige Paar Fingerhandschuhe von der Tochter. Ich lege sie paarweise aufeinander. Nacheiander entgleiten mir alle durch einen Schlitz am Rand der Treppe und landen sicherlich im Keller. Obwohl ich alle Handschuhe festzuhalten versuche, muss ich mitansehen, wie mir alles entgleitet. Da muss ich nachher nach unten gehen und sie wieder hinaufholen.

Meine Überlegungen werden durch ein Klingeln an der Haustür unterbrochen. Ich öffne, während meine Arbeitgeber ungestört im Garten hinterm Haus weiterfeiern. Eine Handvoll orientalische Vagabundinnen stehen vor der Tür. Sie bitten um eine Hose für eine von ihnen. Aaahh! Da fällt mir doch ein, dass ich gerade vorhin vier oder fünf ausrangierte Hosen der Hausherrin wegräumte. Rasch hole ich sie zur Tür. „Vielleicht ist eine passende Hose dabei?“

Die Frauen schauen die Hosen an, und eine fragt in gebrochenem Deutsch: „Hast Du was in Vierzig? 42, 44?“

„Nein, ich habe leider nur 38.“

Doch egal, die Vagabundinnen nehmen alle Hosen und fragen nach dem Preis. Zehn Euro je Stück sollten es schon sein. Doch bereits im nächsten Augenblick bekomme ich eine Handvoll schwerer Münzen überreicht, inklusive einem beschwörenden Blick. Ich betrachte die Münzen. Sie sind dunkel und stumpf, leicht verbogen, sichtlich alt. Die meisten sind nur mit einem arabischen Schriftzeichen geprägt, wie eingeritzt. Nur verschwommen und ungenügend erinnere ich mich. Zu lange ist es her, dass ich Arabisch lernte; ich kann die Zahlen nicht lesen. Die Vagabundinnen sind im Begriff aufzubrechen und ich habe das Gefühl, mir schwimmen gleich alle Felle davon. Ich muss jetzt sofort sagen, dass ich für jede Hose zehn Euro haben möchte. Oje, was soll ich nachher nur der Hausherrin sagen? Ich bin ja noch nicht einmal sicher, dass sie die Hosen verkaufen wollte!

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2 Antworten zu Arabische Münzen

  1. Vorsicht vor Scheichen, die wollenen Hosen mit Schaumünzen zahlen. Schein ist da ehrlicher, seine Währung sind immerhin Mützen :)

  2. REPLY:
    Schaumünzen also… – die kannte ich noch gar nicht! Da wäre ich doch glatt darauf reingefallen.
    Vergangene Nacht habe ich übrigens etwas gefunden. Vielleicht spielen Sie ja auch gerne Schiebepuzzle? :-)