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Venezianische Schürzenbänder

Traum
Doro hatte für einige Nachmittagsstunden an meiner Stelle gearbeitet. Hier im Zwischenraum liegt ihr abgelegtes Servierschürzchen in der Luft. Wie frivole Wäschestreifen muten die Schürzenbänder aus keuschem Leinen an. An ihrer besonders breiten Form erkenne ich sofort, dass es sich um venezianische Schürzenbänder handelt. Auffällig auch die rundum offene Saumkante. Zu meiner Chefin sage ich: „Gegen diese Schürzenbänder kann ich nicht anstinken.“ Doch sie versteht nicht so recht, was ich meine. Daraufhin lege ich ein Band meines Servierschürzchens neben das venezianische. Der Unterschied ist augenfällig. „Da, schau!“ sage ich. Doch sie meint nur: „Ja, ich weiß nicht…“ Sie sieht den Unterschied immer noch nicht. Dabei ist er total auffällig. Mit leichtem Abstand lasse ich meine Fingerspitzen über die Ränder der venezianischen Schürzenbänder gleiten. Dabei sehe ich ganz genau, wie aufwändig verarbeitet diese sind. Die Saumkanten sind nicht einfach umgenäht, sondern wurden sogar mit einer gekräuselten Spitzenborte umsäumt. „Naja“ sage ich mit plötzlich einsetzendem Gleichmut „das macht ja alles nix.”

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2 Antworten zu Venezianische Schürzenbänder

  1. Der Ausdruck “mit Blindheit geschlagen” ersehnt so oft das sehende Auge. Blindheit aber kann tatsächlich sehender machen.

  2. REPLY:
    Das finde ich nun spannend. Sie fassen in Worte, was gestern kaum greifbar durch meinen Kopf wehte und verschwand. Ich hätte mich wohl nicht mehr daran erinnert. Erstaunlich.