Home » Traumtagebuch » So sind sie, die Frauen!

So sind sie, die Frauen!

Traum:
Halbdunkel. Mike und ich sind mit unseren Fahrrädern unterwegs. Rechts vor uns ein schroff-spitz in den Himmel ragender schwarzer Berg. Dahinter das dunkle Mittelmeer. Ein Tunnel führt durch des Berges rechte Seite. Zwei Wege führen zu diesem Tunnel. Geradeaus und dann nach rechts abbiegen; der kurze, direkte Weg. Oder die Kurve nach links nehmen und auf diesem sanften Bogen Schwung holen, so dass ich in einem Rutsch, ohne Zwischenstopp, in den Tunnel einfahren kann. Mike wählt den direkten Weg, ich nehme die Kurve.

Inzwischen habe ich mich zu Peter ins Auto gesetzt. Im Schritttempo fahren wir in Küstennähe. In etwa 150m Entfernung – rechts, und doch links von uns – ist der dunkle Berg zu sehen. Er verjüngt sich ohne großen Übergang zu einer flachen schmalen Landzunge. Auf dieser Landzunge sehe ich Masten mit Positionslichtern. Dort ist die Bucht, wo die Schiffe einlaufen. Überrascht und erfreut rufe ich aus: „Hey, das ist ja der Schiffsanleger, wo wir vorhin ankamen!“

Peter sagt: „Nein, das ist doch der Odenwald-Bahnhof, wo ich vorhin mit der Bahn eintraf.

Ja, stimmt, jetzt sehe ich es auch: dort sind Gleise, die aus dem Berg hinaus auf die Landzunge führen. Gleichzeitig ist dort aber tatsächlich auch der Hafen. „Hey ja, es ist beiderlei!“

Was für ein schöner, berührender Ort! Ich erkenne es erst aus dieser Distanz. Vorhin, als wir noch vor Ort waren, hatte ich das gar nicht bewusst wahrgenommen. Gerne würde ich noch einmal dort hingehen, aber wir wollen ja noch mehr erkunden. So lasse ich die Weiterfahrt einfach geschehen.

Wilma, die auch mit im Auto saß, aber inzwischen ausgestiegen war, ist nicht rechtzeitig wieder eingestiegen. So läuft sie neben dem Fahrzeug her. Sie trägt eine Blümchenschürze und ein buntes Kopftuch, das sie unter dem Kinn geknotet hat. In den Händen hält sie eine große Suppenterrine aus Porzellan, gefüllt mit dampfender Hochzeitssuppe. Da ich Peter nicht direkt auffordere, anzuhalten, um sie zusteigen zu lassen, muss Wilma inzwischen ganz flott rennen. Gar nicht so einfach mit der gefüllten Suppenschüssel! Peter bemerkt es nun doch und überlegt, ihr eine Chance zum Einsteigen zu geben. Aber warum? Sie läuft ja brav nebenher. Herzhaft lachend erkläre ich Peter: „Jaja, so sind sie, die Frauen.“

Bald erreichen wir die Insel/Worpswede. Wilma ist zurückgefallen, konnte beim Tempo dann doch nicht mehr mithalten. Naja, die gefüllte Suppenterrine lässt einen wirklich schnellen Lauf auch nicht zu. Peter wird langsamer, fragt, ob wir auf sie warten sollen. Ich überlege… Wilma dürfte jetzt auf Höhe der Grundschule sein. Sie kennt ja die kurzen Wege. Ich schätze mal, in maximal zehn Minuten trifft sie hier eh ein. Es ist echt kein Problem, denn Wilma wird uns hinterherlaufen – sie verrichtet treu und zuverlässig ihren Dienst. Wieder muss ich darüber lachen und sage: „Jaja, so sind sie, die Frauen.“

Tags: