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Rote Lederhose und Gesang

Traum vom 9. Oktober 2009

Am frühen Morgen in einem Bioladen. Das Nachtdunkel vergeht gerade. Offenbar arbeite ich hier. Meine beiden Lieblingskolleginnen sind auch da. Wir wollen die heutige Lieferung in den Regalen verteilen. Ach herjee! Das darf ja wohl nicht wahr sein! Im Lager steht ein Karton, gefüllt mit acht Tüten Mehrkorn. Das ist die ganze Lieferung! Vermutlich hatte ich zwar die Bestellung gefaxt, aber angekommen ist davon nur dieser eine Posten. Na, das wird Ärger geben. Ich hätte mich eben nicht darauf verlassen sollen, dass das Fax auch vollständig ankommt, sondern dies auch kontrollieren müssen! Wobei mir noch nie passiert ist, dass der Löwenanteil einer Bestellung einfach verloren ging.

Ich beruhige mich damit, dass wir diese Tage gar nicht so viel Umsatz hatten, also auch nicht so viel Ware fehlt. Vielleicht reicht es sogar bis zur nächsten Lieferung. Ich bin unsicher, gehe zu meinen Kolleginnen, die im Halbdunkel am alten Tresen stehen und sich unterhalten. Eine der beiden singt im Chor. Sie unterhalten sich über die Schwierigkeit, eine hohe Tonlage zu halten. Ah, dazu kann ich etwas sagen und mische mich begeistert in das Gespräch: „Beim Obertongesang entstehen glockenklare, helle Töne ohne dass die Stimme zu kippen droht. Da kann man in seiner natürlichen Tonlage singen, isoliert die Obertöne, die dann so hoch und fein klingen, ohne dass es Probleme mit der Stabilität gäbe, da man seine Stimme ja nicht verstellt.“ Dazu mache ich eine spiralförmig nach oben ansteigende Armbewegung, um das Gesagte zu verdeutlichen.
Die Ablehnung meiner Kolleginnen ist deutlich spürbar, obwohl sie kein bisschen auf meinen Einwurf reagieren. Sie sprechen weiter, als habe ich nichts gesagt. Vielleicht finden sie meine Meinung unpassend, da ich nichts von Gesang verstehe. Daraufhin distanziere ich mich von ihnen.

Die Räumlichkeiten der SCHEUNE werden heute von der Dorfkapelle Typ ‘Dschingderassabum’ genutzt. Alle marschieren gerade ein, um sich aufzustellen. Das Regionalfernsehen ist da und filmt für eine kleine Reportage. Ich sitze auf einem Stuhl am Rande und überlege, dass ich womöglich mit auf den Film gerate, obwohl ich gar nicht dazu gehöre. Das finde ich zwar unpassend und ist nicht erwünscht, doch störte es mich auch nicht sonderlich, sollte es so kommen. Eher störte es vielleicht die Mitglieder der Dorfkapelle.

Ich verlasse den Hauptraum und trete in den Vorraum. Dort zieht sich gerade eine Bekannte – Hannelore Elsner in Blond – für die Tanzveranstaltung um. Sie trägt eine knallrote, hautenge
Stretchlederhose mit Hosenträgern. Die Hose erinnert an ein Sporttrikot, ist ziemlich sexy. „Komm her!“ ruft sie mir zu „Das passt für uns zwei!“
Sie hält den Hosenbund ab und lässt mich in ihre Hose steigen. Nun tragen wir beide eine solche rote Lederhose, sind durch deren Hosenträger, die von ihrem vorderen Bund zu meinem vorderen Bund reichen, verbunden. Die Vorstellung, dass wir nun zusammen tanzen müssen, lässt mich schmunzeln. Das könnte lustig werden. Doch ehe es zum Tanz kommt, lösen wir uns voneinander. Das geschieht in fließendem Übergang, so dass ich es gar nicht richtig bemerke.

In der roten Träger-Lederhose verlasse ich den Ort. Trete hinaus, radele einen Weg über offenes Land, freie Felder. Ich trage ein sehr kurzes weißes Top, das meinen Bauch und die Taille zwischen den Träger frei lässt. Ich spüre das sehr genau und fühle mich wohl. Schon bald hole ich einen Bioladenkunden und eine Bekannte von mir ein. Sie sind gerade sehr in einem Gespräch vertieft und ich möchte dabei nicht stören. Deshalb bin ich bestrebt, möglichst schnell zu überholen. Ich trete geschwind in die Pedalen, spüre dabei, wie niedrig ich sitze (etwa Pedalenhöhe), auch die Umsetzung ist extrem ungünstig, denn ich komme nur schleichend voran. Ich habe geradezu Mühe, die beiden Fußgänger mit dem Rad einzuholen. Schaffe es dann aber doch, trete mit aller Kraft und Schnelligkeit, bin am Limit. An ihnen vorbei lasse ich etwas nach, trete ein wenig langsamer. Da überholen die beiden mich zu Fuß! Und das, obwohl ich immer noch total schnell fahre. Es fehlt an Kraft und Ausdauer, um sie endgültig hinter mir zu lassen. So lasse ich mich, um die beiden nicht zu stören, zurückfallen. Leider bin ich so nicht frei! Das quält mich ein wenig.

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