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Teufelsweihrauch!

„Teufelsweihrauch!“ Das ist anfangs die einzige Erinnerung an die vergangene Traumnacht. Doch wo ist der Traum? Nach einigen Augenblicken bewegungsloser Offenheit taucht eine Traumerinnerung auf:

Unterwegs mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Das Wageninnere gleichzeitig ein immobiler Raum in mürbem Weiß. Ein Weiß wie das von häufig gewaschenen und gebügelten Baumwolltüchern. Links von mir eine dunkelhaarige männliche Person. Wir stehen so nah beieinander, dass ich ihn nicht betrachten kann. Seine Hand liegt voller Sanftheit auf meinem linken Schulterblatt. Ich spüre eine deutliche Anziehungskraft, zögere aber noch, dieser zu erliegen. Sollte ich nicht zuerst einmal anschauen, mit wem ich es zu tun habe, ehe ich mich anlehne? Ich bemerke unbenennbare Veränderungen von seinem Arm ausgehen. Ich weiß nicht, aber vielleicht sind sie der Auslöser… Ich lehne mich an ihn und es ist außerordentlich wohltuend und entspannend. Verkrampfungen, jegliche Anstrengung fällt von mir. Mit sanftem Druck zieht er mich an sich – vielleicht seine Antwort auf mein Anlehnen. Und dies alles, alles alles in mürbem Weiß… Wir wollen uns vereinen. Möglich, dass der Busfahrer damit nicht ganz einverstanden ist. Wichtig aber für uns ist: eine ungehinderte Vereinigung. Wir brauchen keine Erlaubnis, sondern nur einen ungestörten Ort. Alle Bewegungen sind so sanft, zart, liebevoll und fließend… schweigend, Verstehen ohne Worte. Ich fühle mich aufgehoben und angekommen.

… eine zur Schale gewölbte Hand ist mit einem Häufchen Farbpigmenten, wie gebrannter Ton, gefüllt. Diese Farbe… ihr wurde Form gegeben, damit sie diesen Traum umhüllen kann.

Notiz:

Angesichts der Wärme der vergangenen Nacht bin ich wohl der Satansbraten, der geschmort wurde.

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