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Rot vor dem Opernplatz

Traum:
Ich habe den Job als Servicekraft bekommen. Sonderbarerweise finde ich mich nicht so recht in den Arbeitsrhythmus ein. Das mag daran liegen, dass ich nicht genau weiß, was von mir erwartet und was hier gefordert wird. Normalerweise arbeite ich effektiv, umsichtig, zügig, strukturiert und gutgelaunt. Doch, gut gelaunt bin ich. Ja, und nun naht der Feierabend. Im Korridor begegnet mir meine neue Chefin. Kurz bin ich versucht, sie zum Abschied zu umarmen und zu küssen. So habe ich das früher immer gemacht. Ich spüre aber eine gewisse Distanz von ihr ausgehen und unterdrücke den Impuls.

Ich stehe vor einem großen Spülbecken. Den Abwasch kann ich jetzt zum Schluss ja noch machen. Doch als ich Wasser zulaufen lassen will, versehe ich mich und drücke stattdessen auf zwei Lichtschalter. Daraufhin sitzen die Gäste kurz im Trüben. Meine Chefin greift ein, schaltet das Licht wieder ein. Sie ist weniger streng als meine alte Chefin. Sie trägt mir meinen Fehler nämlich gar nicht nach. Sehr angenehm.

Feierabend. Ich durchquere einen Privatraum mit dunklen Großmuttermöbeln. Hier begegne ich erneut meiner Chefin. Dieses Mal reagiere ich völlig unbedacht, schließe sie in die Arme, küsse sie auf die Wange und sage vergnügt „Tschüß!“ Sie ist sichtlich erstaunt, verharrt… Diese Herzlichkeit scheint ihr fremd. Aber wer weiß, vielleicht mag sie sich sogar dran gewöhnen und dann gefällt es ihr womöglich.

Draußen. Abend. Die Kollegen gehen auf die Barrikaden. Keine Ahnung, warum. Vielleicht gar nicht so ernst gemeint. Zwei gläserne Außenfahrstühle; in etwa der dritten Etage haltend. Darin jeweils ein Kollege. Mit einem Male lassen sie beide die Fahrstuhlkabinen zu Boden. Sie landen ungebremst. Uih!

Im Dunkel dieses Sommernachmittages fahre ich mit dem Rad breite Straßen entlang. Der Asphalt ist dunkel und regenfeucht. Über einem älteren Bauwerk formieren sich violettblaue Gewitterwolken. Obwohl, Gewitter ist nicht angesagt, soweit ich weiß. Die Ampel zeigt Rot. Kein Auto fährt hier. Gerade setze ich an, bei Rot überzusetzen, da naht ein Polizeifahrzeug und ich mache einen Rückzieher. Habe keine Lust auf Ärger. Grün. Überquerung. Ein paar Schritte, dann der nächste Überweg. Rot! Wieder bin ich versucht, bei Rot zu passieren, aber da sehe ich gleich einen ganzen Polizeicorso nahen. Na, dann besser nicht. Neben der Gewitterwolke ein erster Blitz und Grollen. Vor mir liegt der Opernplatz. Hm, kann sein, dass die Polizei hier in der Nähe stationiert ist. Da kann ich das vergessen, bei Rot zu fahren. Am Opernplatz scheint es eine Menschenansammlung zu geben. Ich höre die Stimmen bis hier.

Dort. Ein gläsernes Tonaufnahmestudio, vielleicht ein kleines Fernsehstudio. Junge Menschen. Turbulent bis unruhig. Mein Enkelkind weint mehrmals auf, höre ich. Ich muss sie da rausholen!

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