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Die magische Trommel

Traum:
Einen großen Teil der Nacht – also den ganzen Tag über, bis jetzt – habe ich im Tonstudio gewerkelt und gar nicht bemerkt wie die Zeit vergeht. Es war ein erfüllter Tag, der mich mit Zufriedenheit erfüllt.

Zu dieser Abendstunde erreiche ich die Innenstadt, den Opferplatz Opernplatz, und gehe auf ein Gebäude zu, wo eine Veranstaltung stattfindet. Es ist ein altes Gebäude – ein Religionshaus, ein Schauspielhaus, ein Lichtspielhaus – mit einer großen Außentreppe, die bis zum ersten Stockwerk führt. Einige Besucher treten dort oben gerade aus der Tür, um während der Pause die laue Sommernacht zu genießen.

'Traum Djembe' von Traumzeit In meiner linken Hand halte ich meine kleine Djembe, die ganz lose von einer weißen Papiertüte umhüllt ist. Es ist noch nicht an der Zeit, sie auszupacken. Das Trommelfell halte ich zum Haus gerichtet. Obwohl noch von der Tüte umgeben, tönt und schwingt die Djembe deutlich hör- und spürbar. Eine Frau und zwei schwarze Musiker kommen die Treppe hinunter. Wir alle scheinen uns zu kennen. Sie kommen direkt auf mich zu. Die beiden Schwarzen deuten eine kleine Verbeugung an und schließen kurz respektvoll die Augen, als wir uns die Hand geben. Die Frau sagt verwundert lächelnd: „Sie tönt ja schon?!“

„Ja, sogar ohne mein Dazutun!“

„Die Veranstaltung hat noch gar nicht begonnen, es ist noch Zeit“ meint die Frau.

„Aber ja, ich weiß!“

Ohne dass ich etwas dazu beitrage, tönt und schwingt die Trommel immer nachhaltiger und erzeugt sogar erste Trommelrhythmen. Nach der Pause wird der Gospelchor singen. Ich bin neugierig… Wenn die Trommel schon hier draußen so sensibel auf die leisen Töne reagiert, wie wird sie sich dann erst im Innern des Hauses verhalten wo die Räume von Klängen und Gesang erfüllt sein werden?
Das ist so neuartig, so unerwartet, dass ich keine Vorstellung und keine Erwartung habe, außer der Erwartung gleich eine Erfahrung zu machen. Und sei es die Erfahrung, dass nichts Nennenswertes geschieht. Angenehme Offenheit.

Notiz:
Die beiden Schwarzen… erinnern an die Phantasiesprache in Offenbach

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