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Ich habe gewonnen?

Traum:
Ich stehe vor einem Automatenschrank und öffne die Tür. Zur linken Seite durch die nun geöffnete Tür vor Blicken geschützt, bemerke ich, dass sich ein Sicherheitsschrank im Schrank befindet, ähnlich einem Tresor. Ich erkenne sofort, dass es sich um einen Geldspielautomaten handelt. Zu meinem großen Erstaunen ist die Innentür nicht verschlossen. Sie öffnet sich wie von allein. Im Innenschrank wiederum steht ein großer Kasten mit mehreren senkrechten Schlitzen, durch die die eingeworfenen Münzen sortiert nach unten rutschen, wo sie in einem grauen Plastikkasten mit mehreren Fächern sortiert aufgefangen werden. Der Plastikkasten ist reich gefüllt! In jedem Fach ein Haufen Silber- oder Goldmünzen, die aufwendig geprägt sind und wie neu glänzen – herrlich anzusehen. Ein Fach enthält ein dickes Bündel gelbgrüner 10er-Geldscheine, von einem Gummiband gehalten.

Mann, und die Tür steht offen… So ein Glücksfall…! Ich nutze die gute Gelegenheit und nehme einige 1er und 2er Münzen. Ach, da ist so viel… Da nehme ich mir gleich noch eine Handvoll 2er dazu. Wenn schon, denn schon. Ganz beglückt denke ich daran, dass ich mir davon etwas Schönes kaufen kann! Mir einen Wunsch erfüllen kann! Da werde ich ganz mutig und ziehe einige Scheine aus dem Geldbündel; vielleicht ein Drittel des Batzens. So, jetzt reicht es aber; ich will es auch nicht übertreiben.

Als ich nun das Geld ins Portemonnaie stecke, fallen mir ein paar der Münzen zu Boden. Das unüberhörbare Klingeln der Münzen hat die Kioskbesitzerin herbeigelockt, die diesen Geldspielautomaten vor ihrem Kiosk hat aufstellen lassen, den Trinkbrüdern zum Zeitvertreib. Voller Misstrauen schaut sie um die geöffnete Tür herum zu mir. Voller Freude und lächelnd erkläre ich: „Ich habe gewonnen!“ Ihr Misstrauen bleibt, sie schaut noch einen Moment, wendet sich dann aber doch ab und geht.

Während ich alle Türen schließe kommt mir in den Sinn, dass ich meine Fingerabdrücke auf den Münzen hinterlassen habe. Beunruhigend der Gedanke, ich könne auffliegen, da ich aufgrund der Fingerabdrücke als Täterin identifiziert werde. Rede mir aber ein, dass Münzen ja eh durch die Hände vieler Menschen wandern. Warum nicht also auch durch meine, noch ehe sie im Automaten landeten? So könnte ich mich rausreden. Vielleicht ließen sich meine Fingerabdrücke aber auch durch einen Gewinn erklären. Naja. Und außerdem… vielleicht fällt ja gar nicht auf, dass Geld aus dem Automaten entwendet wurde. Wenn ich nur wüsste, welche Daten erfasst werden. Schlimmstenfalls könnte es so sein, dass sämtliche Daten gespeichert werden. Also wie viel Geld eingezahlt und in welcher Höhe Gewinne ausgeworfen wurden. Dann müsste nämlich ein bestimmter Betrag vorhanden sein. Vielleicht werden diese Daten aber gar nicht erfasst und niemand kann wissen, wie viel Gewinn heute ausgezahlt wurde. Und da ich nur einen Teil des Geldes genommen habe, würde es dann gar nicht auffallen. Nein, meine Überlegungen beruhigen mich nicht wirklich, eben weil ich nicht weiß, wie der Automat funktioniert.

Selbst jetzt, einige Zeit später, fühle ich mich schwer bedrückt. Ich sitze in einem leeren Waggon. Die Fahrt geht durch flaches Land, das Grün von der trüben Witterung erblasst. Der Himmel schwer und tief. Nebelbänke hängen in der Landschaft. Außen an der Fensterscheibe ein paar Regentropfen, vom Fahrtwind gedrängt auseinanderstiebend. Was habe ich mir da mit dem unüberlegten Handeln bloß aufgebürdet?!

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