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Der Esperanto-Zug

Traum:
Gerade noch rechtzeitig erreichen Amy und ich das Bahnhofsgebäude, den Bahnsteig. Unser Zug müsste eigentlich jeden Moment einfahren. Ich schaue voll so großer Erwartung zum Gleis, so dass ich die große Lok direkt dort stehen sehe. Kraftvoll und dunkel. Es ist ein ergreifendes Gefühl, so kurz vor dieser bedeutungsvollen Reise.

Gut, es bleibt noch Zeit, unsere Fahrräder in den Rossmann-Fahrradständer zu stellen. Ich schlage vor, unsere beiden Räder zusammenzuketten. Wir werden ja auf sehr lange Reise gehen, da macht es vielleicht Sinn, etwaigen Dieben quasi einen Riegel vorzuschieben.

Die große Lok fährt ein. Allerdings nicht auf dem hinter mir liegenden Gleis, sondern auf dem vor mir. Da ich noch mit dem Rädern beschäftigt bin, frage ich Amy, ob sie vielleicht schnell einsteigen und fragen will, ob das der Zug nach Bukarest ist. Selbstverständlich will sie das machen! Sie spricht auch sehr gut Esperanto. Daran erinnert zu werden, bereitet mir ein schlechtes Gewissen… Ich sollte wirklich wieder lernen!

Nicht lange, da tritt Amy wieder aus dem Zug. Die Schaffnerin erscheint in der Tür, ruft ihr noch etwas in osteuropäischer Sprache hinterher. Dabei fallen mir die kirschrot gemalten Lippen ins Auge. Die osteuropäische Schaffnerin ist ein herber Typ mit dunklen Haaren; sie weiß, was sie will, und was sie nicht will. Amy antwortet auf Esperanto, fragt nochmals, wohin die Reise geht. Die Schaffnerin tut so, als verstehe sie das nicht. Na sowas! Dabei ist das doch der Esperanto-Zug! Viel zu schwach dringt in mein Bewusstsein, dass es jetzt an der Zeit wäre, uns konsequent durchzusetzen. Die Osteuropäische will uns doch nur aus persönlichem Unmut abwimmeln. Das wird mir jetzt klar.

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