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Orientalische Paläste in den Bergen

Traum:
Ankunft in den Bergen. Ich habe ein stilles Zimmer in einem Haus auf der Alm bezogen. Es ist ein geräumiges Zimmer mit einigen großen Fenstern. Eine Weile schaue ich aus einem dieser Fenster, mache dann – was weiß ich, warum – eine kleine Handbewegung. Daraufhin kommt es zu einer Detonation dort draußen. Ein hohes Gebäude – von hier nicht zu sehen, da von anderen Gegebenheiten verdeckt – wurde in seinen Grundfesten erschüttert. Steine fliegen, eine Staubwolke wächst empor, breitet sich aus.

Ich schaue mich weiter um. Der Blick durch alle Fenster lässt mich etwas Bemerkenswertes, etwas Faszinierendes erkennen und ich teile es sogleich einer Anwesenden mit: „Sieh nur! Alles immergrüne Bäume ringsumher… – Du weißt, was das bedeutet?“ Vor diesem Fenster ein immergrüner Vogelbeerbaum… „Das ganze Jahr kein Laub!“ Ich halte das für ziemlich fragwürdig; sage das aber nicht.

Zwei junge Männer stehen wortlos an meiner linken Seite, als ich die Tür zu den Alpen hin öffne. Ein atemberaubender Anblick bietet sich uns. Vor einem postkartenblauen Himmel die schneebedeckten Berggipfel. Dann ein lautes Geräusch, von dem ich vermute, das – wenn auch unbeabsichtigt – von mir ausgeht. Da setzt sich eine Lawine aus Pulverschnee in Bewegung. Einer schneeweißen Wolke gleich, stiebst sie hinab und verebbt bald, ohne Schaden angerichtet zu haben. Die Männer sind ebenso beeindruckt wie ich. Besser wäre es dennoch, die Türe zu schließen. Wobei.. kurz denke ich an die Möglichkeit, dass eine Lawine die Tür zuschütten könnte.

Wieder vor dem Fenster an meinem Schreibtisch stehend. Erst jetzt bemerke ich all die Arkaden, die sich um die Berge ziehen. Teils durch Treppen verbunden laufen sie vor all den Wohnungen entlang, die sich in die Felsen schmiegen. Alles sandsteinfarben, vom orangenen Licht der Sonne angeleuchtet., lässt der Anblick an orientalische Paläste denken. Es ist von unbeschreiblicher Schönheit, und berührt zutiefst.

Moina sitzt rechts neben dem Schreibtisch am Boden und spielt ganz versunken. Wieder mache ich eine kleine Handbewegung. Dieses Mal zwar bewusst, ohne jedoch zu wissen, warum ich es tue. Wieder erfolgt eine Detonation an den Grundmauern des Hochhauses. Für mich kommt es völlig unerwartet! Ich war mir sicher gewesen, dass bei der letzten Erschütterung wirklich alle Energie verpulvert wurde. Doch im Gegenteil: Ein großes Stück Ziegelstein saust durch das Fenster und haarscharf an Moinas Kopf vorbei. Oha! Es ist zu riskant, ich will meine Hände mal lieber ruhig halten.

Dann verlassen Mike, Moina und ich das Haus. Gleich am Rande der Wiese führt ein Weg direkt zum Gipfel. Dorthin, wo ich vorhin die sonnenbeschienen Paläste sah…. Es ist ein sonniger Sommernachmittag, dennoch breitet sich in mir finstere Panik aus, wenn ich nur daran denke, diesen Schleichweg, den nur die Einheimischen kennen, nach oben zu nehmen.. Es gibt keine logische Erklärung für diese Panik. Auch der Weg sieht ganz ungefährlich aus. Ein schmaler Fußsteig, der zwischen dürren hohen Gräsern verborgen liegt. Zu dieser Tageszeit dürften sogar Begegnungen mit anderen Einheimischen zu erwarten sein, was mir zusätzliche Sicherheit verspricht… an sich. In diesem Augenblick tritt der Alm-Öhi aus dem geheimen Pfad heraus. Auf einen knorrigen Wurzelstock gestützt, mit weißgrauem Bart, Tirolerhut und Pfeife im Mundwinkel. Ein hagerer alter Mann, mit pfiffigen Augen. Er grüßt uns voller Herzlichkeit. Ja, es ist eine gute Zeit, diesen Weg zu gehen. Dennoch lässt sich die Furcht nicht vertreiben.

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