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Freunde verloren

Traum:
Wien. Eine Reihe von Menschen, die mir in den letzten zehn Jahren mehrfach begegnet sind, kommen in einem großen Haus zusammen. So viele Menschen geben den Räumen angenehme Wärme und Gemütlichkeit.

Hier, in diesem Raum, ist eine Gruppe aus dem Kindergarten. Anette ist auch dabei. Einige jugendliche Schülerinnen stürmen hinzu. Verwundert frage ich Anette: „Das sind doch Deine, oder?“ „Jaja“ antwortet sie gleichmütig. Währenddessen fällt mein Blick auf ihre Waden, die ganz bleich und wohlrund ausschauen; kräftiger als ich sie in Erinnerung habe. Dabei überlege ich, welch eine Freiheit dieser Job für Anette mit sich bringt. Sie kann während ihrer Arbeitszeit zu einem Treffen gehen, nimmt die Anvertrauten einfach mit und bucht das unter Klassenausflug.

Ich will mich umziehen, gehe in eine angrenzende Rumpelkammer. Diese wurde von dem Hausherrn aus heutigem Anlass für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Ich schließe von innen ab, was ungewöhnlich ist, denn in diesem Haus werden normalerweise keine Türen verschlossen. Aber ich bin ja ein Gast! Außerdem habe ich gerade meine Hand in die Hose geschoben und zwischen warme Haut gleiten lassen Ich überlege, es mir auf dem Bett bequem zu machen. Allerdings trage ich schwarze Stiefel mit Plateausohle und wenn ich nun einen Fuß auf das Bett stellen wollte… Ach nein, das alles ist mir zu umständlich für diese kleine Entspannung, die ich anstrebe. Außerdem könnte entstehende Geräusche nach außen dringen. Da sehe ich, dass Hartmut durch das ungewöhnlich große Schlüsselloch hereinschaut. Sein Gesicht ist deutlich zu erkennen. Vergeblich versucht er die Tür zu öffnen und sagt zu Anette: „Hier wird nie abgeschlossen!!“ So rufe ich ihm zu: „Aber ich bin doch ein Gast!“

Kurz darauf gehe ich unverrichteter Dinge wieder raus aus der Kammer, zu einer Durchreiche hin. Hartmut steht dort, auf der anderen Seite. Ich strecke meine Hand aus, um seine Wange zu streicheln. „Er zuckt zurück und sagt abweisend: „Lass es, ich will das nicht!“ In diesem Augenblick bin ich selbst ganz erschrocken über mein forsches Vorgehen und etwas peinlich berührt. Ich bedauere das auch und sage zu ihm: „Wir könnten doch wieder Freunde werden?!“ Oder steht da irgendetwas zwischen uns, von dem ich nichts weiß? Nochmals versuche ich, sein Gesicht zu berühren. Er zuckt erneut zurück und ich spüre sehr stark, dass ihm meine Berührung äußerst unangenehm ist.

Genau in diesem Augenblick geht Maurin hinter Hartmuts Rücken vorbei. Er kommt mit einem gefüllten Servierteller aus dem Küchenbereich, wo er gerade eine Speise zubereitet hat. Er hat diese Situation beobachtet und schaut ob meines Verhaltens missbilligend zu mir herüber. Ganz deutlich zu merken, dass er innerlich mit mir abgeschlossen hat. Ich spüre im gleichen Moment mein Gesicht ganz hell vor Freude werden, denn ich ahnte nicht, dass er hier ist. Wie schön! Ich gehe offen auf ihn zu, will ihn zur Begrüßung umarmen und auf die Wange küssen. Er reagiert sehr zurückhaltend, widerstrebend… Habe ich, ohne es zu wissen, einen Freund verloren? Traurigkeit…

Wenig später kommt Hartmut, nimmt mich entschlossen an die Hand. Wir gehen los, hinaus, in die nächtliche Stadt hinein. Dabei zieht er meine Hand auf sein heißes Geschlecht. Wie jetzt? Vorhin widerte ihn meine Annäherung noch an? Ich schaue ihn fragend an. „Das ist ja auch etwas ganz anderes!“ sagt er voller Wärme in seiner Stimme.

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