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Im Wohnwagen – Fehltritt auf dem Sattel

Traum:
Mike und ich sind wieder einmal für einige Tage in unserem Wohnwagen in den Bergen. Ein Bekannter – Detlev? – hat uns inzwischen eindringlich darauf hingewiesen, dass er während Mikes Abwesenheit herkommen und mich besuchen würde. Er selbst weiß wohl, dass ich auf seinen Besuch nicht unbedingt Wert lege; ehrlich gesagt, wäre es mir sogar unangenehm, da er mir etwas unheimlich ist. So sagt er, er würde – falls ich ihm nicht öffne – einen Blick durch die Fenster werfen. Falls ich mich vor ihm verstecken sollte, würde er solange umherschleichen, bis ich mich verrate. Und dann müsste ich ihm öffnen – so will es schließlich die Höflichkeit…

Allein der Gedanke, er könne mich „heimlich“ durch die Fenster beobachten, bereitet mir Gänsehaut und leise Furcht stellt meine Nackenhaare auf. Mike und ich überlegen also gemeinsam, was zu tun ist, während ich allein hier bin. Ich werde, soweit vorhanden, Gardinen und Vorhänge schließen und mich gegebenenfalls verstecken. Es sind übrigens grüne Vorhänge. Wie auch immer, es wird nicht so einfach sein, da sich nicht alle Fenster verhängen lassen. Und wie viel Einblick so eine Gardine gewährt… Na, wer weiß, vielleicht kommt der Mann auch gar nicht.

Da, ein Anruf! Mike geht durch eine Öffnung in ein Nebenzimmer; eine Räumlichkeit, die sich – bei realer Betrachtung – erst durch das Spiegelbild eines dort befindlichen Spiegels auftut. Ich gehe Mike hinterher. Dieser Mann ist am Telefon und kündigt nochmals an zum Wohnwagen zu kommen, um mich zu finden, und dann könne ich nicht mehr länger so tun, als sei ich nicht da. Mike redet auf ihn ein: „Willst Du wirklich Mariannes Großzügigkeit ausnutzen? Du weißt, sie würde genau zuhören, was Du ihr zu sagen hast.“ Mike meint offenbar, es zeuge von wenig Rücksichtnahme, wenn er es täte. Wobei mir nicht ganz klar ist, warum dies der Rede wert ist, denn ich höre gerne zu und es ist mir meist eine Freude. Mit verhaltener Stimme bestätige ich also, dass ich ihm zuhören würde. Bin im gleichen Moment erschrocken, denn sicherlich hat der Mann am anderen Ende der Leitung meine Stimme gehört und somit habe ich verraten, dass ich hier im Wohnwagen bin… Die Hand vor den Mund schlagend, verstumme ich. Mike beendet das fruchtlose Telefonat und macht sich auf den Weg.

Nicht lange, da sehe ich einen Schatten an den Fenstern vorbeihuschen. Der Mann macht nicht auf sich aufmerksam, sondern schleicht beobachtend um den Wohnwagen herum, damit er mich dabei entdecken kann, wie ich mich vor ihm ängstige und verstecke. Entweder bin ich von geringer Körpergröße oder ich gehe geduckt, denn mein Blick geht mit Mühe über die Kante der Spüle hinweg zum Fenster. Einen Augenblick fühle ich mich in Sicherheit, obwohl der Mann sein Gesicht gerade an die Scheibe presst. Doch da dehnt sich ganz langsam ein geiferndes Grinsen im Gesicht des Mannes aus und aus dem Augenwinkel bemerke ich, wie mein nackter bleicher Oberarm vor dem dunklen Untergrund leuchtet… und mich damit verrät. Trotzdem versuche ich mich weiter zu verstecken, während der Mann langsam um den Wohnwagen streift und sein Blick mich sucht. Ich fühle mich in diesem kleinen „Ei“ geradezu gefangen. Innerlich fast resignierend, bin ich bereit, ihm die Tür zu öffnen. Gleichzeitig löst allein diese Vorstellung ein vages Gefühl der Ohnmacht aus, das mich innehalten lässt. Durch das hintere Fenster sehe ich mit einem Male ein mir bekanntes Lehrerehepaar aus Worpswede kommen. Sie kommen direkt auf den Wohnwagen zu! Sie können meine Rettung sein! So öffne ich ihnen weit die Tür, damit sie gleich eintreten können. Ziehe mich gleichzeitig ängstlich kauernd zwei Schritte ins Wohnwageninnere zurück, denn mir wird klar, auch dem Mann steht nun die Tür offen. Und das Lehrerehepaar scheint nur zeitlupenartig voranzukommen! Es ist fraglich, wer zuerst eintreten wird…!

Am Rande des Stellplatzes dreht sich langsam ein nostalgisches Karussell. Zwischen den Figuren, Pferdchen und ähnlichem ist ein kleiner Bereich für Erwachsene freigehalten. Dort sind drei Männer: Zwei Männer stehen mit dem Rücken zum roten, zylinderförmigen Drehpunkt, auf zwei Stehhocker gestützt. Einer von ihnen ist vermutlich dieser Detlev. Ich stelle mich dazu. Mike sitzt links von mir auf einer Karussellfigur. Ein Barhocker ist noch frei! Die Sitzfläche ist einem breitflächigem Sattel nachempfunden, ganz edel aus weichem schwarzen Nappaleder gearbeitet. Der Sitz weist an beiden Flanken einige „Piercings“ in Form von chromglänzenden Ringen auf. Das Teil steht auf einem Bein auf einer kreisrunden Bodenplatte. Schwungvoll setze ich mich drauf und beginne verspielt und unbefangen damit zu wippen. Aus Mikes Gesicht spricht Fassungslosigkeit oder Unglauben. Verstehe ich gar nicht. In den Gesichtern der beiden Männer macht sich ein fettes Grinsen breit. Ich ahne, dass mein Verhalten aus irgendeinem, mir unerfindlichen Grund ziemlich unmöglich sein muss. Was ist denn bloß los?

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