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Ich bin doch keine Hexe!

Traum:
Eine gemächliche Fahrt durch einen üppig grünen Wald – dichte Atmosphäre. Ich stehe in einem vorderen Waggon, schaue der Stadtgruppenfrau über die Schulter. Sie sitzt vor einem beeindruckenden Schaltpult. Besonders fallen mir aber die Beruhigungspillen ins Auge, die zahlreich verstreut dazwischen liegen. Diese Pillen kommen total unerwartet. Wirklich erstaunlich, dass diese dargeboten werden. Wozu soll das gut sein? Interessant sehen sie aus: haben kleine Bögen an einem Ende, wie diese weißen Klemmen, mit denen man Kabel an der Wand befestigt.

Mitten im Wald ein kurzer Halt um einen Mann zusteigen zu lassen. Er mag so um die vierzig Jahre alt sein, seine Haare glänzen schwarz, vermutlich ein Südländer, jedoch ist das nicht mit Sicherheit zu erkennen. Sein Blick ist ernst und aufmerksam. Uns ist es sehr recht, dass er zusteigt, da er gut bei den Ermittlungen helfen kann. Zuvor brauche ich aber noch seinen Identitätsnachweis. Dazu muss ich eine Art „Fingerabdruck“ seiner Persönlichkeit erstellen. Ich stelle ihn also vor einen Türrahmen, der mit einem metallenen Durchbruchmuster gefüllt und zusätzlich mit grüner Bastelfolie bespannt ist. So ungefähr gibt dieser Hintergrund bereits eine menschliche Figur wieder. Mit einem Stift will ich nun seine Umrisse nachziehen und dadurch die Folie prägen. Der Mann jedoch zögert, stellt sich nicht gleich an diese Tür. Auf seine Zurückhaltung reagiere ich mit einer bissigen Bemerkung: „Ich bin eine Hexe…. und werde Dich gleich fressen!!“
Meine Güte…, was spricht denn da aus meinem Mund? Ganz sicher hatte ich nicht vor, so etwas zu sagen! Wie käme ich dazu, mich als Hexe zu bezeichnen? Etwas verwundert beginne ich mit den Anzeichnungen – der Mann steht nämlich inzwischen vor der präparierten Tür.

Auf einem alten Sideboard steht eine alte Rotweinflasche mit einem dunklen Etikett, das ich vor wenigen Minuten mit einem hellen Stift beschriftet habe. Ich schrieb eine kurze Nachricht, die an Klausbernd gerichtet ist. Wir erwarten ihn in Kürze und ich hoffe, er kann einen Rat geben. Aurisa hat nämlich eine Problem mit der Telefongesellschaft – irgendwelche Vertragsschwierigkeiten und Unstimmigkeiten bei der Monatsabrechnung – mit dem sie nicht so recht weiterkommt. Da ich gleich nicht hier sein werde, also eine kurze Message an Klausbernd:
„…dass (Sie) Aurisa…“
So steht es auf dem Etikett. Mich wundert, dass ich es so formuliert habe. Warum habe ich nicht gleich den Namen Aurisa genannt? Nun habe ich das „sie“, mit dem ich Aurisa natürlich meinte, in Klammern gesetzt. So musste ich es nicht unschön durchstreichen, und es ist an der Reihenfolge logisch zu erkennen, wie es zu dieser Formulierung kam. Oder doch nicht? Ich stutze und hadere etwas mit mir, finde, ich hätte es doch besser machen können. Aber was soll’s, es soll ja nur eine kurze Nachricht sein.

Die Stadtgruppenfrau am Schaltpult nimmt gerade einen Anruf von Thomas entgegen. Ich gebe ihr ein Zeichen, dass ich Thomas gerne kurz sprechen würde! Thomas ist Aurisas Freund und so könnte ich ihm gleich den Stand der Dinge mitteilen. Dann halte ich den Hörer und teile ihm mit, dass ich es übernommen habe, Aurisa bei dieser Sache zu helfen. Er meint etwas abweisend zu mir, das alles sei nicht nötig. Ein etwas unangenehmes Gespräch.

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