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Kōan und Doris-Day-Gaga

Traum:
Das Ankleiden am heutigen Morgen erforderte einige Aufmerksamkeit. Nun ist es vollbracht, doch sicher bin ich mit meiner Auswahl noch nicht. Ich trage ein bodenlanges, schwarzes Trägerkleid mit einer hellen Bluse darunter. Darüber eine üppige Jeansweste. Ich überlege, noch eine dicke Strickjacke drüber zu ziehen. Die Vorstellung zaubert ein Spiegelbild, in dem ich mich mit der Strickjacke sehe. Die Klamotten tragen ziemlich auf. Naja, ziemlich ausladend… – aber warum eigentlich nicht.

Später in einem ruhigen Kaufhaus. In einer Boutique-Abteilung stehe ich vor einem Tisch mit leichten Pullis, Shirts und luftigen Blusen – alles ziemlich edel. Eigentlich ist es kein Wühltisch, aber inzwischen legten einige Kundinnen die betrachteten Teile lose wieder zurück…
Echt gut, mir gefallen ein paar Oberteile. Ein wenig gedankenverloren lege ich zwei favorisierte Blusen über meine rechts geschulterte Korbumhängetasche. Dass ich dies nur ja nicht vergesse! Allein dies könnte eine misstrauische Angestellte schon auf den Gedanken kommen lassen, ich wolle etwas stehlen. Nun entdecke ich zwei Blusen auf dem Tisch, die ich mir in genau dieser Ausführung bereits vor längerer Zeit mal gekauft habe und heute sogar in der Tasche bei mir trage! Wenn es dumm läuft, könnte ich deswegen Ärger kriegen. Am besten ist, ich gehe jetzt mal.

Weniger Meter weiter nach links, vor einer breiten Durchgangstür, wartet mein Begleiter – eine typische Animusgestalt – auf mich. Höflich und erfreut die Begrüßung, dann machen wir uns auf den Weg, durch die Tür hindurch und…

…finden uns direkt vor der Haustür meines Elternhauses wieder. Mein Begleiter liegt mit dem Rücken auf den roten Steinen. Ich liege auf ihm drauf. Viel Zärtlichkeit, kleine Küsse und geflüsterte Neckereien. Er erzählt mir ein Kōan; darin geht es um einen Meister, einen Schüler und einen Esel. Zum Schluss kommt die Frage. Der Mann unter mir erklärt, dass es auf diese Frage wirklich nur eine weise Antwort gibt. Das ist lustig; übermütig knabbere ich zur Antwort an seinem Ohrläppchen, bedecke sein Gesicht mit vielen Küssen und sage leise lachend und ihn neckend, dass ich die Antwort kenne; sie lautet: „Niemand! Denn es gibt niemanden, der etwas sehen könnte.“

Mein Begleiter packt mich mit einem Male an den Hüften, zwickt und kitzelt mich. Mit einem nachdenklichen Blick in meine Augen meint er: „Sind Deine Augen überhaupt offen? Ich glaube, nicht!“
Hm, ich werde ganz ernst und überlege… Kann es denn wirklich sein, dass meine Haut um die Augen herum derart schlaff und runzelig geworden ist, dass sie in bauchliegender Position meine Augen verhängt?? Kurz erscheint ein Bild vor Augen, wie ich mir das vorstelle: nur noch ein winziges Guckloch zwischen schlaffen Falten. Aber immerhin, ausreichend um zu sehen. Außerdem: ich sehe ihn doch auch, da kann es soo schlimm gar nicht sein?!

Unvermittelt eine völlig andere Szene, die ich als Außenstehende beobachte:
Ein morgenfrischer Strand. Von links kommt eine Frau in die Bildfläche. Sie fährt auf einem Drahtesel den steinigen Strandstreifen entlang, wird dabei kräftig durchgeschüttelt. Sie sitzt jedoch aufrecht, bewahrt damenhafte Haltung. Mein Begleiter, der so steht, dass er ihr entgegenblickt, spricht sie an, woraufhin sie mit einer nimmer endenden Antwort reagiert. Die Szene erinnert an einen alten Film mit Doris Day und Rock Hudson. Ich betrachte die Frau genauer, die tatsächlich Doris Day ähnelt. Sie trägt ein helles Kostümjäckchen, einen schmalen knielangen Rock und ein schlichtes helles Hütchen auf ihren elegant gelegten blonden Haaren. Ihre Mimik ist beeindruckend. Ihre Lippen, ihre Zähne, ihre Stimme, der kraftvolle Ausdruck… das kenne ich doch… Ja hey, nun fällt der Groschen! Das ist ja Gaga! Blond… hmm… ach so, endlich begreife ich: dies ist Gaga in jungen Jahren! Diese Erkenntnis ist so aufregend, dass ich davon aufwache.

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