Home » Traumtagebuch » Ausflug nach Kassel

Ausflug nach Kassel

Traum:
Eine Besprechung an einem kleinen Konferenztisch. Rechts von mir sitzen zwei Männer, uns gegenüber eine ältere Frau. Wir planen gerade einen Ausflug (unklar, ob ein Betriebs- oder Vereinsausflug oder doch anderes). Auf dem Tisch liegt ein Haufen blauer Minifahrpläne, die während des Ausflugs an alle Beteiligten verteilt werden sollen. Ein nettes Geschenk der Geschäftsleitung. Weiter sehe ich Stadtpläne, einen Altstadt- und einen Innenstadtplan, einen Baedeker Allianz Reiseführer. Zu viert baldowern wir aus, welche Punkte in der Stadt angesteuert werden sollen. Die anderen Teilnehmer erfahren das natürlich erst während des Ausflugs. Es wird wohl auf die Alt-/Innenstadt hinauslaufen. Im Hintergrund der Szenerie taucht das Bild eines eleganten Doms auf. Kassel ist also das Ausflugsziel. Ich erinnere mich, schon mal in Kassel gewesen zu sein.

Uih, das ist vielleicht eine ernste Angelegenheit! Auf ein paar vergnügte Anmerkungen meinerseits kommt keine Reaktion. In moderater Tonlage und mit völlig ernsten Gesichtern wird alles sorgfältig überlegt und geplant. Der Mann, der direkt neben mir sitzt, ist so ganz und gar nicht aus der Reserve zu locken. Ich betrachte ihn nun etwas länger: Er dürfte etwa Mitte Fünfzig sein, ist sehr bei der Sache und wirkt ernsthaft und überlegt.

Mit einem Male – ich weiß nicht, welcher Schalk mir im Nacken sitzt, oder welcher Teufel mich gerade reitet – rücke ich nah an ihn heran, knuffe gutmütig gegen seinen Arm und juxe mit etwas verhaltener Stimme: „Ja, und Sie… Sie… Sie würden sich ja bei diesem Ausflug glatt verkleiden, ehe Sie mit mir gemeinsam den Zebrastreifen in Richtung Eiscafe überqueren! Nur um nicht mit mir erkannt zu werden! Wahrscheinlich trügen sie sogar eine Sturmhaube!“ Dabei steigt ein Bild dieser Sturmhaube auf und mir kommt eine weitere Idee: „Vermutlich setzten Sie außerdem noch eine große Sonnenbrille auf!“ Dabei ziehe ich mit Daumen und Zeigefinger beider Hände den imaginären Brillenrahmen nach. In meiner Vorstellung ändere ich die Sonnenbrille nun noch etwas ab, damit die Augenpartie noch besser abgeschirmt ist. Allein die Vorstellung erheitert mich; ich lache in mich hinein. Der Mann neben mir zeigt sich jedoch völlig unberührt. Die Frau gegenüber am Tisch schaut amüsiert zu, sagt aber nichts. Ah, mir fällt noch etwas ein! Ich lege meine Wange an seine Schulter und phantasiere vergnügt weiter: „Dazu trügen Sie wahrscheinlich einen Schneeanzug, einen wattierten(!) Schneeanzug. Jaawoohl!“ Nix, keine Reaktion, nicht ein Wort sagt er dazu.

Tscha, so langsam finde ich selbst es ziemlich albern und blödsinnig, was ich hier treibe. Ich will es mal gut sein lassen. Genau in diesem Augenblick wendet er sich mir derart überraschend zu, dass ich kurz zusammenzucke, obwohl ich selbst es ja heraufordern wollte. Er greift mich kitzelnd an beiden Armen und imitiert lachend das, was ich mir gerade ausgedacht hatte. Ja hey, das hätte ich nun nicht mehr erwartet. Der ist ja richtig knuffig?! Als wir die Besprechung fortsetzen, lehne ich meinen Kopf ganz entspannt an seine Schulter. An seinen entspannten Muskeln spüre ich, dass er sich wohlfühlt. Ja, ich könnte mir vorstellen, dass es doch ein schöner Ausflug wird.

Notizen:
Einen solchen Dom wie im Traum gibt es in Kassel nicht.
Die Sturmhaube und die Sonnenbrille, die sah ich mal in der Praxis Dr. Schein. Inzwischen habe ich erfahren, dass diese wertvollen Utensilien zu den Altkleidern gegeben wurden. Da weiß ich, wohin mich die Traumkraft diese Nacht führte: in einen Altkleidersack.

Tags: