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Chinesische Pyramide

Traum:
Sonntagsspaziergang. Altstadt. Idyllische Gasse. Aus der oberen Etage eines der schnuckeligen Häuschen erklingt ganz feine, reine Musik. Sie ist so hell und klar, so herzberührend, sphärisch. So wundersam, dass ich hinaufschaue um zu sehen, aus welchem Fenster die Klänge kommen. „Ach, hätte ich doch nur meinen Fotoapparat mitgenommen“ sage ich zu Mike. „Gerade an einem Sonntag kann man so etwas fast schon erwarten.“ Naja, man kann nicht alles haben.

Eine Straßenecke weiter erwartet uns eine Überraschung: eine kleine Gruppe chinesischer Tempeltänzerinnen. Es gibt eine berührende Darbietung. Diese grazilen Gestalten, diese exakten und feinen Bewegungen… Ach, hätte ich doch nur meinen Fotoapparat mitgenommen! Die Erfahrung lehrt doch, dass es sonntags wahrscheinlicher als an anderen Tagen ist, etwas Ungewöhnlichem zu begegnen. Warum vergesse ich das immer wieder? Nach kurzem Bedauern kehrt meine Aufmerksamkeit zurück zum Geschehen. Beeindruckend! Ganz geschwind arrangieren sich die Chinesinnen und einige hinzugesprungene Chinesen zu einer Menschenpyramide. Zwei aus Menschen gebildete Ebenen halten ein großes schalenförmiges Korbgeflecht über sich, auf welchem sich wiederum die Chinesen formatieren. Ein Chinese, der rein zufällig des Weges kommt, wird von einer der Akteurinnen mit einem kurzen Fingerzeig zum Mitmachen aufgefordert. Ohne Zögern springt er hinauf in die Schale und lehnt sich rückwärts nach hinten. Sein rechtes Bein ist allerdings neben dem Korb hängengeblieben. Zusätzlich balanciert er seinen Fußball auf den Oberschenkeln und hält seinen Oberkörper mühselig und mit vor Anstrengung verkniffenem Gesicht in der Schwebe. Eine bieder gekleidete Frau steht rechts neben mir. Der Chinese fordert diese Frau auf, sein Bein in den Korb zu rücken. Sie versucht es, doch es gelingt nicht wirklich. Das Bein rückt nur wenig weiter und der Chinese selbst kann nicht genügend Kraft in dem Bein aufbringen, um die Hürde des Korbrandes zu nehmen. Zudem erfordert diese Hürde eine etwas ausholende Bewegung, die ihn unweigerlich aus dem Gleichgewicht bringen würde; das will erst einmal gewagt sein. Oje, dass er da so verkniffen schaut, kann ich gut nachempfinden.

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