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I believe I can fly

Traum:
In einer gemütlichen Szene-Kneipe. Ein langer Tisch mit vielen Leuten. Stimmengewirr. Ich fliege in Bauchlage – etwa in Höhe der Köpfe der Sitzenden – direkt am Tisch entlang und setze mich auf einem Stuhl am Kopfende dazu. Rechts neben mir sitzt eine Frau, die mich unlustig und skeptisch anschaut. Ich bin gut gelaunt und schenke ihr keine weitere Aufmerksamkeit. Da ich nichts erzähle, fragt sie nüchtern, ob ich ihr etwas mehr über meine Fliegerei berichten könne; wie so etwas gehe.
„Ach, das ist ganz einfach! Es geht sogar ohne Anlauf.“ Wie um mich noch einmal zu vergewissern, wiederhole ich den Flug gleich zweimal und sehe mir dabei zu. Ja wirklich, das ist ganz leicht. „Okay“ ergänze ich, „als Anfänger sollte man vielleicht doch Anlauf nehmen, um dabei nicht auf die Nase zu fallen. Wenn ich Anlauf nehme oder mehr Zeit und Raum habe, kann ich übrigens deutlich höher fliegen!“

„Wie kamen Sie bloß auf die Idee, zu fliegen?“ fragt die Frau verständnislos und auch etwas misstrauisch. So, als vermute sie, ich führe etwas im Schilde damit.

Mit einem Lachen setze ich an und singe dann: „I believe I can fly… . Wenn es schon besungen wird, dann muss ich es auch tun!“ Ja, während ich das so sage, erscheint es mir ganz logisch. Wenn ein solches Lied in mir singt, dann habe ich diese Fähigkeit und dann muss ich sie auch umsetzen. Ich plappere weiter, immer wieder von einem Lachen unterbrochen, das sich Bahn bricht. Die Frau lacht nicht. Auch nicht der Mann, der zwei Plätze weiter an der rechten Längsseite des Tisches sitzt. Inzwischen auf mich aufmerksam geworden – von meinem vielen Lachen – schaut er übellaunig zu mir herüber; lässt mich gar nicht mehr aus den Augen. Er kann mich nicht ausstehen, sieht in mir eine elende Prahlerin. Das spüre ich zwar, aber das stört mich nicht weiter. Ich bin einfach gut drauf, voller Lebensfreude und habe Spaß daran, von meinen Erfahrungen zu berichten.

Im nächsten Augenblick beweist er, dass meine Fliegerei kein besonderes Kunststück ist. Aus dem Sitz führt er einen Handstand aus, sich an der schmalen Stuhllehne und an einem anderen schmalen Teil stützend. Ganz sauber und langsam führt er die Bewegungen aus. Wow perfekt!

Oh, da kommt mir ein Freund in den Sinn…! Dieser Freund spuckt sich selbst das Feuer, durch das er anschließend wagemutig springt! Und er wirft sich selbst die Messer, denen er dann geschickt ausweicht! Hey, irgendwie scheine ich hier unter den Artisten gelandet zu sein?! Was für eine vergnügliche Runde! Ich lache, quatsche alle unbeschwert an und habe mein Vergnügen.

Erst nach einer Weile bemerke ich das Fehlen einiger Zähne – sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer. Oh, mein Gott… Das hat ein jeder sehen können, immer wenn ich lachte. Neben meiner Kaffeetasse liegen mehrere Teilprothesen. Mehr, als ich verwenden könnte. Oje oje. Voller Scham greife ich hektisch alle Zähne, um schnell im Bad zu verschwinden und alles in Ordnung zu bringen.

Notiz:
Freunde! Der Feuerspucker, der Messerwerfer und ich als Freifliegerin… wir könnten uns jetzt glatt beim Zirkus Alberti bewerben. Okay, aber erst einmal die Zähne…

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