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Klappe halten und freien Kopf bewahren

Traum:
Eine lange Straße führt über weites ländliches Gebiet. Der Reisebus ist vollbesetzt. Einige stehen im Mittelgang, so wie auch ich. Kurz vor Erreichen der nächsten Haltestelle nimmt die hinter meinem Rücken stehende Reiseleiterin das Mikro und gibt die Warnung durch, dass wir alle auf unsere Zähne Acht geben sollen; wegen der möglichen Turbulenzen beim Haltevorgang.
Das heißt: den Mund geschlossen halten, den Kopf ganz bewusst freihalten und sich nicht zu irgendwelchen unüberlegten Aktionen hinreißen lassen. Sich einfach ruhig verhalten, und nichts in Angriff nehmen, was jetzt nur ablenken würde.
Auf die Zähne Acht geben… welch eine unerwartete Aufforderung, irgendwie kurios, und doch unangenehm berührend…

Als wir die darauf folgende Haltestelle ansteuern, bekomme ich die Aufgabe zugewiesen, die Fahrgäste darauf aufmerksam zu machen. Ehe ich mich versehe, halte ich das Mikro in den Händen. Oups, so unerwartet die Stimme zu erheben, führt zu einem Aufwallen von Unsicherheit. Dann aber beginne ich ganz souverän mit der Ansage: „Liebe Fahrgäste, wir erreichen gleich die nächste Haltestelle. Bitte achten Sie auf Ihre Zähne!!“ Währenddessen gehe ich zwischen den Sitzreihen entlang, fühle mich gut und höre mich weitersprechen: „Sorgen Sie bitte dafür, dass…“

Nach einer Weile denke ich, die angestrebte Haltestelle ist erreicht und stelle mich in den mittleren Ausstiegsbereich. Hinter mir ein Pulk Ausstiegswilliger. Draußen eine Reihe von Menschen, die zusteigen wollen. Es ist fast dunkel geworden. Links im Türenbereich sehe ich eine Mutter mit ihren halbwüchsigen Sohn. Heute soll er lernen, selbständig mit dem Bus zu einem bestimmten Ziel zu fahren. Genauer: Er soll heute lernen, sich zu vergewissern, dass er auch wirklich an der richtigen Haltestelle steht, dort den richtigen Bus betritt und so weiter…
Ich denke mir, während ich aussteige: „Da halte ich mal besser meine Klappe.“ Es ist total anstrengend mich zu beherrschen, denn normalerweise könnte ich nicht an mich halten und würde hilfsbereit verkünden: „Hier ist die Haltestelle namens Sowieso und der Bus fährt nach Dingsdabumms.“ Jetzt ein solches Wort von mir und der Mutter wäre die ganze Aktion vermasselt denn dann hätte der Sohn nicht mehr die Gelegenheit, von ganz allein daran zu denken, sich zu vergewissern.

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