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Das Leben ist lebensgefährlich

Traum:
Einige Feiertage stehen bevor – Weihnachten vermutlich – und dementsprechend herrscht den ganzen Tag ein enormer Kundenandrang im Bioladen. Jetzt, etwa eine Stunde vor Feierabend, haben wir sichtlich viel verkauft. Die Zeit verging wie im Fluge – ich liebe es, wenn viel zu tun ist. In einer Ecke, teils von einer Verkaufspalette eingegrenzt, sehe ich zwei Netze liegen; eines gefüllt mit Frühkartoffeln, eines mit knackigen Zwiebeln. Der übrig gebliebene Rest in der Gemüseabteilung. Eine Kunde bittet um Hilfe und ich reiche ihm das gewünschte Kunststoffschächtelchen mit einem Stück Käsetorte drin. „Bitte, gerne!“ Ich habe auch noch nichts für die Feiertage eingekauft. Ob ich die Kartoffeln und Zwiebeln… Klar, damit mache ich nichts verkehrt. Notfalls ergibt es eine Mahlzeit, und ansonsten lässt es sich noch lagern. Ehe es mir jemand vor der Nase wegkauft, greife ich zu.

Die nächsten Schritte führen in eine ruhigere Nebenabteilung des Bioladens. Ein Blick auf die Uhr an der Wand. Oh, halb Sieben schon!? Kann das sein?? Noch ein Blick… Aha, der Sekundenzeiger täuschte. Es ist kurz nach Sechs. Naja, so ein großer Unterschied ist das ja eh nicht.

Weiter nach rechts, in die Eingangsabteilung. Der Raum ist unbeleuchtet. Nur das Licht, das sich aus einem bauchigen Glastresen (Käsetheke?) verströmt, erhellt indirekt das nahe Umfeld. Der Rest des Raumes liegt im Halbdunkel des Abends. Zwei männliche Angestellte stehen hinter dem Tresen und unterhalten sich mit einigen männlichen Kunden, die vor dem Tresen stehen. Mehr im Halbdunkel bemerke ich einige Männer in schlichten dunkelblauen Uniformen. Oho, was liegt denn da auf dem Tresen?! Eine Pistole?! Wie leichtsinnig, die hier rumliegen zu lassen! Ich schiebe sie mit der flachen Hand ein wenig nach rechts, um die Männer darauf aufmerksam zu machen. Dabei erkenne ich, dass es sich bei den Uniformierten um Sicherheitsbeamte handelt., die bereits jetzt den Tagesumsatz in Sicherheit bringen wollen. 500/800 DM Umsatz wurden heute gemacht – ein unglaublich hoher, geradezu utopischer Betrag. Klar, dass die sich mit Waffen schützen. Dann soll der Typ die Pistole jetzt aber auch an sich nehmen. Ich nehme die Pistole, um sie dem Sicherheitsbeamten neben mir zu reichen. Dabei kollert eine Patrone aus dem Magazin zu Boden. So ein Schreck, wie schnell könnte sich ebenso ein Schuss lösen? Einfach aus der Unwissenheit heraus, mit der ich die Waffe handhabe. Ich will das Ding loswerden, reiche es dem Angestellten hinter dem Tresen. Dieser nimmt die Waffe, richtet sie zielstrebig auf eine menschenleere Linie und drückt ab – PENG! Meine Güte!! Der Sicherheitsbeamte sollte nun wirklich eingreifen. Tatsächlich nimmt er die Pistole an sich und hantiert zu meinem Entsetzen lässig damit herum. Durch die großen Fenster sehe ich das Dunkel der Nacht.

Kurze Zeit später will ich den Laden verlassen. Geistesabwesend öffne ich die Glastür und setze einen Fuß nach draußen. Im allerletzten Moment bemerke ich zum Glück, dass sich diese Glastür im zweiten Stock befindet und ich hinabstürzen würde, wenn… Herzklopfen. Einige Schritte zurück in den Raum. Die Chefin erscheint, ich erzähle, dass ich fast aus dem zweiten Stock gestürzt wäre, und beschreibe, wie es war. Sie zeigt sich völlig unbeeindruckt: „Ist doch alles gutgegangen?!!“ Ihr Desinteresse kommt etwas unerwartet, doch mir ist zum Weinen zumute. Die Tränen bleiben in der Brust stecken – das schmerzt, aber immerhin habe ich mich so unter Kontrolle.

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