Home » Traumtagebuch » Erwachender Großvater in Tropfsteinhöhle

Erwachender Großvater in Tropfsteinhöhle

Traum:
Eine abseits gelegene Krankenkammer mit zwei Betten. Ich sitze auf der Bettkante. Eine Frau mit glatten dunklen Haaren liegt im Bett gegenüber. Wir unterhalten uns über die Songs auf unseren Mp3-Playern – zwei gefallen mir ganz besonders. Weiter geht es darum, dass ich mit zwei Frauen telefonierte. Ich erzähle der Dunkelhaarigen, wie sehr ich mich freue, mit diesen beiden Frauen in Kontakt zu stehen.

Szenenwechsel: Mein Bett steht hinter dem Kopfende der Dunkelhaarigen, als die Älteren zu Besuch kommen und fragen, wie es mir so geht. Ich klage darüber, wie langweilig es sei, nur mit diesen zwei Frauen telefoniert zu haben. Allerdings… unangenehm; die Präsenz der Dunkelhaarigen, die ja beide Meinungen bezüglich der Frauen hören konnte, macht mir bewusst, dass ich mit gespaltener Zunge spreche… Oder? Ist es nicht so, wenn ich gerade eben noch Begeisterung für etwas zeigte und nun über Langeweile klage? Merkwürdig, ein wenig habe ich dennoch das Gefühl, mir mit diesen Gedanken ein wenig Unrecht zu tun. Na, ich muss jetzt aber auch endlich los und Brötchen zum Frühstück holen!

Mit weitausholenden Schritten und offener Jacke eile ich durch eine stille Nacht, deren Weg in einem warmen Licht liegt. Dabei erfahre ich einige interessante Details über Stalaktiten und Stalagmiten. Diese Tropfnasen gäbe es in dreierlei Erscheinungsformen: von unten und von oben kommend, und die dritte sei eine von oben kommende, parallel zu einer lotrechten Eiswand wachsende, die dann irgendwann schräg wachse, um von außen kommend die Eiswand zu durchwachsen um nach innen zu gelangen. Während ich diese Info interessiert aufnehme, gelange ich bald an ein unbewohnt wirkendes Bauernhaus. Ganz nah trete ich an ein Fensterkreuz und blicke durch eine der vier Scheiben. Es bietet sich ein bemerkenswerter Anblick. Das Innere des Bauernhauses ist mit einer Tropfsteinhöhle verwachsen, die nun langsam wegschmilzt. Große tauende Eiszapfen wachsen von der Zimmerdecke herunter – sie tauen schnell. Ein imposanter schmelzender Zapfen hängt direkt vor mir am Fenster. Das Licht drinnen ist so warmgelb wie in der Nacht. Ich sehe auch drei dieser schräg ins Haus eindringenden Tropfnasen. Die Eiswand am Haus ist nass vom Schmelzwasser.

Innen im Bauernhaus. Nacht. Die dunkle Diele steht in hellem Licht. Auf dem früheren Weg, der vom Wohnbereich kommend, über die Wirtschaftsdiele zum großen Tor führte, stehen Sachen abgestellt. Zwei alte Holzherde werden als Abstellfläche genutzt. Meine Großmutter hat dunkle Bleche mit Butterkuchen darauf stehen. Der erste Herd wirkt tatsächlich kühl und leblos. Dem zweiten Herd ist noch die ehemalige Wärme, sein inneres Feuer anzumerken. Ich spüre etwas Lebendiges. Zwei vertraute Personen sind von hinten hinzugekommen. Ich zeigte mit der Spitze meines hölzernen Regenschirmstockes auf den zweiten Herd. Als ich nun einen zweiten Blick dorthin werfe, brutzeln die Butterkuchen auf dem Backblech! Wieder zeige ich mit dem Stock auf den nun auf höchster Stufe eingeschalteten Schalter und überlege, ob ich ihn beim Zeigen versehentlich in Gang gebracht habe. Gebe meine Vermutung an die zwei Vertrauten weiter, um deren Meinung zu hören. Sie äußern aber keine.

Dieser unbeabsichtigte Entstehung des Feuers, die das Gefühl eines drohenden Kontrollverlusts und der Nachlässigkeit entstehen lässt, bringt einige Unruhe mit sich. Gleich neben dem Feuerherd schläft mein Großvater auf einem alten dunklen Holztisch. Das Licht, unsere beunruhigten Stimmen wecken ihn und bald murrt er schlechtgelaunt auf: „Was ist das für ein Lärm und Licht hier?“ Oh ja, wie unangenehm, wir stören ihn. Schnell springe ich zu ihm und schlage mit der flachen Hand direkt vor seinem Gesicht auf die Unterlage. Spüre dabei deutlich die Spalte unter dem Bettlaken, da wo der Übergang vom Mittelteil zur Ausziehplatte des Tisches verläuft. Ich schlage mehrmals, um das Licht zu löschen, aber es gelingt nicht! Meine Handinnenflächen beginnen zu schmerzen. Mein Großvater erhebt sich aus dem Federbett, kommt erst jetzt richtig zum Vorschein: Ein schwarzes elastisches Gitternetz überzieht stramm seinen Kopf, der wie ein weißer Kegel ausschaut. Aus diesem schält er sich nun heraus, und wirkt jünger, freundlicher und lebendiger. Mit plötzlicher Mädchenhaftigkeit umfange ich ihn mit meinen Armen, schäkere herum und drücke ihm unzählige Küsschen auf die Wange. Dies zeigt eine besänftigende Wirkung, ja er beginnt sogar vor Vergnügen leise zu lachen. Zwei schmale junge Köche mit hohen Hauben erscheinen auf der Bildfläche und zeigen sich aufgeregt ob der Situation, die wir bieten. Die Beiden wirken künstlich aufgebracht, so als handele es sich um die Einlage einer Stand-Up Comedy.

Links:
Mit vielen Abbildungen: Gusseisenöfen und Küchenherde – Ein historischer Rückblick (pdf)

Cherry Tulips
Metal Heart
The Glowing Mask

Verwandter Traum:
Großvaters Karzinom

Tags: