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Lernen mit Wilder Kaiser, Bügelwäsche und Psi

Traum:
Das Klassenzimmer liegt innen; keine Fenster (= keine Ablenkung). Es erscheinen nie alle Schüler zum Unterricht. Da es in der Erwachsenenbildung keine Schulpflicht gibt, verzichten einige auf die Teilnahme. Ich sitze neben Jürgen B. – einem ehemaligen Klassenkameraden – und es klappt alles gut.

Am nächsten Tag. Jürgen B. ist nicht gekommen. Als ich nun meine Hausaufgaben aus der Tasche nehmen will, kann ich ihn gar nicht fragen, welche Aufgaben wir aufbekommen hatten. Hm, das ist ja blöd… Eine Vertretungslehrerin erscheint und überreicht mit den Anzeigenteil einer hiesigen Tageszeitung. Darin soll die gesuchte Aufgabenstellung zu finden sein. Ich blättere hin, blättere her, wieder vor, und zurück… nichts!

Schwupps, sitze ich einen Tisch weiter – mehr mitten im Raum, etwas heller gelegen, zugänglicher. Rechts neben mir sitzt Wilder Kaiser. Auch er hält den Anzeigenteil in der Hand. Er aber hat die komplette Zeitung griffbereit liegen. Wahrscheinlich hat er sich selbst um diese Zeitung bemüht und sich diese nicht, so wie ich, von der Lehrerin aushändigen lassen. Wir blättern nun synchron in unseren Zeitungen. Ja hey, da ist eine Anzeige, die ich aus der Heimat kenne! Na sowas! „Schau mal hier, das ist eine Anzeige von Sopora!“ Wilder Kaiser schaut, verhalten belustigt. Ich erkläre: „Sopora; das ist ein Sonderpostenmarkt in meiner Heimat.“ Tja Mensch, aber wo ist der Sopora-Schriftzug zu sehen? Das gibt es doch gar nicht – eine Werbeanzeige ohne Schriftzug? Zu dumm, denn ich will es doch wenigstens belegen können, wenn ich schon so etwas erzähle. Naja, egal. Wir durchstöbern Wilder Kaisers Zeitung nach den Hausaufgaben, können diese aber auch darin nicht entdecken. Was soll’s, take it easy, der Unterricht beginnt gleich, dann werde ich schon alles erfahren. Auch Wilder Kaiser sieht das ganz locker.

Der Unterricht beginnt. Ich sitze nun mit Blick in jene Richtung, die bis jetzt hinter meinem Rücken lag. Die Lehrerin hat inzwischen den Unterricht begonnen. Sie freut sich sehr darüber, dass so viele Teilnehmer freiwillig erschienen sind. Sie empfiehlt uns ein Buch; eine Mischung aus „Zauberer von Oz“ und „Moby Dick“. Drei Bände gibt es. „Oder kennen Sie es schon?“ fragt sie. Ich blicke nach rechts an die Wand. In einem beleuchteten Bereich hängt eine Zusammenfassung des Buchtextes. Mag sein, dass es ein Buchumschlag ist. Ich bin wegen des Inhaltes nicht sicher… kenne ich ihn oder nicht? Da scheint nur eine vage Kenntnis zu sein. Ich überlege, ob ich erzählen soll, dass ich erst seit einem Jahr… naja, eigentlich sind es ja schon anderthalb Jahre, dass ich noch nicht lange in Frankfurt lebe und mich deshalb nicht gut auskenne. Hm, aber das ist ja kein Grund dafür, ein Buch nicht zu kennen. Will ich mich vielleicht rausreden? Warum? Wo raus? Kurz entschlossen signalisiere ich mein Interesse an dem Buch. Bin aber gar nicht sicher, ob ich wirklich die Ausdauer haben werde, mich durch den halb bekannten Inhalt zu kämpfen.

In einem Kellerraum; keine Fenster. Ein Arbeitstisch und Wäscheleinen. Ich bin in diesem Haushalt als Bügelfrau beschäftigt. Seit einiger Zeit schon; es ist alles vertraut. Nun bekomme ich zufällig mit, dass Keno die Hausfrau beauftragt hat, auch seine Wäsche zu bügeln. Klar, da es sich um Bügelarbeiten handelt, werde ich diese noch hinzu bekommen. Keno, der ja nichts von meiner Bügeltätigkeit im Keller weiß, wird davon gar nichts mitbekommen. Ich fühle mich ziemlich zufrieden damit, die Arbeiten verrichten zu können, ohne dabei gesehen zu werden. Nachdenklich hänge ich einige Wäschestücke auf die Leine. Bin echt gespannt, wann Keno dahinterkommen wird.

Die Hausfrau ruft nach mir. Mit der Erwartung, dass sie mir nun Kenos Bügelwäsche übergeben wird, gehe ich hinauf. Aber nein, es geht um anderes.

Es ist eine Küche aus dunklem Holz; klassisch, modisch. Angenehm das indirekte Licht über der Arbeitsplatte. Die Hausfrau – vor Jahren war sie einmal an Krebs erkrankt und hatte, nachdem ihre Haare ausgefallen waren, ihre Perücke mit witzigen Haarbändern geschmückt. Ein solches Haarband trägt sie auch heute noch, in ihrem eigenen Haar. Sie ist eine kluge, eine quirlige Frau – sympathisch; von Beruf Lehrerin. Am Rand des Küchenbereiches hängt eine Magnettafel an der Wand. Daran haftet das Cover eines Buches. Deutlich sehe ich eine ausführliche Inhaltsbeschreibung auf einem Teil der edel glänzenden, dunkelvioletten Buchhülle. Sie nimmt es von der Magnettafel, drückt es an ihr Herz und sagt mit geschlossenen Augen: „Ich liebe es! Interessieren Sie sich auch für Psi?“
Spontan antworte ich: „Naja, ich bin ja immer eher Skeptikerin…“ Was ist das für eine Antwort… welch eine Antwort soll ich geben? Ich weiß es doch auch nicht! Vage erinnere ich mich an außersinnliche Erfahrungen, an das Traumprojekt bei Winfried Huf und so auffällige Kleinigkeiten. Aber Psi… meine Güte, es lassen sich auch andere Erklärungen für viele Phänomene finden. Sie fragt weiter: „Wollen Sie das Buch auch erwerben? Es ist so toll, ein so spannendes Thema!!!“ erzählt sie weiter.

Hm, so genau kann ich die Inhalte ja noch gar nicht erkennen. Also kann ich es auch nicht beurteilen. Aber soweit ich es sehe, macht es tatsächlich einen interessanten Eindruck. Ja, es kommt mir sogar so vor, als sei es wissenschaftlich fundiert.

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2 Antworten zu Lernen mit Wilder Kaiser, Bügelwäsche und Psi

  1. Die von dir beschriebene Situation könnte direkt aus meinem Weiterbildungskurs zum Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen stammen. Im Fach Personalwesen war die Dozentin vor kurzem beinahe schockiert darüber, dass wir nicht sorgfältig die Stellenanzeigen der Wochenendausgabe unserer Zeitung studieren. Obwohl mir die Dozentin natürlich keine Vorschriften darüber machen kann, wann und wo ich was lese, habe ich mir ihre als Ratschlag verpackte Kritik dennoch zu Herzen genommen – und sei es nur, um etwas über den Aufbau und den Effekt der Anzeige und die beabsichtigte Außendarstellung des Unternehmens zu erfahren. Ich denke, das war die “Hausaufgabe” – sehr scharfe Intuition übrigens :-)) Demnächst wirst du wahrscheinlich davon träumen, mit wem ich telefoniere und was ich gerade gegessen habe. *lach* Ich drücke dir übrigens die Daumen, dass die kleine Rebellion deiner Körperzellen nicht allzu schmerzhaft für dich ist und sich die Rebellen wieder einfangen lassen. LG, WilderKaiser

  2. REPLY:
    Deine Antwort kommt ja, noch ehe ich meine Frage hab stellen können! Ach was, ich hätte ja noch nicht einmal die richtige Frage gewusst, um diese Antwort zu bekommen. ;-)

    Jedes Mal, wenn es eine Art Übereinstimmung mit dem Wachleben gibt, bin ich auch etwas… hm, erschrocken? Zumindest in einem solchen Fall wie dem diesen, wo ich mich ja nicht auf Dich ‘ausgerichtet’ hatte.

    Spannend finde ich jedenfalls, dass das Thema, grob gesehen, “Stellenmarkt” ist. Einmal passt es ja zu meinem Traumjob als Bügelfrau (hehe), bei dem ich ja sogar Aussicht auf noch mehr Arbeit habe. Darüber hinaus ist es aber auch Thema im Wachleben.
    Weiterbildung… find ich übrigens klasse. Ich würde auch gerne noch viel mehr lernen/wissen/erfahren/verstehen. Allerdings sollte ich dann auch mehr darauf achten, welche Hausaufgaben anstehen! Gebügelt habe ich heute jedenfalls!

    Bis dann in einem nächsten Traum, Wilder Kaiser! Und Danke! :-)