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Chemische Beregnung

Traum:

Der Weg führt über weite Wiesen und Felder. Hier und da liegen Rohre verlegt, die chemischen Flüssigdünger versprühen. Meist kann ich dem ausweichen. Irgendwann erreiche ich ein großes Acker mit frischen Furchen. Hier ist ein dichtes Rohrnetz verlegt. An den Kreuzungspunkten wird der Flüssigdünger in dickem Strahl und weitem Radius verteilt. So kommt es, dass sich die Strahlen überschneiden. Ich kann dem nicht ausweichen – ein regelrechtes Kreuzfeuer, das mir in die Haare, in den Kragen und ins Gesicht schießt. Dass es eine chemische Flüssigkeit ist, die dann wie aus Eimern auf mich hernieder geht, macht das alles ziemlich unangenehm. Dennoch, ich gehe meinen Weg mit fester Entschlossenheit, und höre in meinem Innern weder Klagen noch Jammern. Das ist gut, es macht den Weg einfacher.

Patschnass erreiche ich das Wohnviertel. Meine Haare sind sicherlich von stumpfen Gelb getönt, von all dem Chemiekram. Für meine Haut war das sicherlich auch nicht vorteilhaft. Dann endlich trete ich in das Privathaus meiner Frauenärztin ein, die mich herzlich empfängt, ein Handtuch für mich holt und mich auch sonst lieb umsorgt. Ich berichte von meinen Sorgen wegen der heftigen Bestrahlung, die mir widerfahren ist. In wohlmeinendem pluralis doctorales macht sie klar: “Dafür essen wir kein Fleisch und nur Gemüse ohne Dünger!”
Im Flur hocken ein paar Nachbarinnen, die konventionelles Gemüse kaufen. Aber es stört die Frauenärztin überhaupt nicht, dass sie diese Frauen mit ihrem Rat brüskiert. Sie fürchtet keine Unannehmlichkeiten. Es tut so wohl bei ihr zu sein.
Bei dem Acker muss ich auch daran denken, wie es ist, wenn man mal tot unter der Erde liegt. Die Erde, Würmer, Maden und Mikroorganismen sorgen schnell für eine Veränderung der Gesichtshaut. Ganz gut eigentlich, dass die Angehörigen dies dann nicht mehr zu sehen bekommen.

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2 Antworten zu Chemische Beregnung

  1. zuckerwattewolkenmond

    ist der Traum nicht eine Vorahnung der Chemotherapie.

  2. REPLY:
    Oh, ich hoffe nicht!
    Bisher dachte ich, es ginge um die zurückliegenden Bestrahlungen und die Salbe (die färbt die Haut tatsächlich gelblich).