Home » Traumtagebuch » Schweinebraten und Knödel

Schweinebraten und Knödel

Traum:
Eine ältere Ostpreußin – sie ist kleiner als ich, von schmaler Gestalt, dunkle Haare, strenger Gesichtsausdruck, eine gewisse Härte ausstrahlend. Sie geleitet mich an den Küchentisch. Darauf eine Kasserolle mit Schweinerollbraten. Er hat eine braunknusprig-knackige Kruste. Damit es noch appetitlicher aussieht, verteilte sie auch ein paar in Scheiben geschnittene Kartoffelknödel darauf. Es müssen ziemlich große Knödel gewesen sein, denn es sind bemerkenswert große Scheiben.
„Schneiden Sie sich bitte selbst eine Scheibe davon ab!“, bietet sie mir mit wohlmeinender Gastfreundschaft an. Oh, das ist aber nett, ich weiß das zu schätzen und freue mich darüber. So nehme ich das von ihr gereichte Tranchiermesser und beginne vorsichtig eine Scheibe abzuschneiden – nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn, damit es nicht zerfällt. Die Kartoffelknödelscheiben behindern das Schneiden ein wenig, aber die Ostpreußin hat es ja gut damit gemeint. Zwei Drittel der Scheibe sind vom Fleischstück abgetrennt, da komme ich nicht weiter. Ich schneide und schneide, mit immer mehr Nachdruck, aber das Messer kommt nicht weiter. Es ist auch nicht zu erkennen, woran das liegt! Das kann doch nicht sein! Ich schneide weiter, der Braten ist dabei in Bewegung geraten und am anderen Ende beginnt er bereits von dem ganzen Gerüttel auseinanderzufallen. Die Krustenschicht löst sich, fällt in das Gefäß.
Ungehalten fährt mich die Frau von der Seite an: „Passen Sie doch auf! Das wird ja ganz unappetitlich!“
„Aber ja, ich gebe mir ja Mühe, nur komme ich hier einfach nicht weiter!“
Es gelingt auch in den nächsten Minuten nicht und die Frau beginnt erneut zu klagen. Ich lasse vom Braten ab, richte mich auf, reiche ihr mit inzwischen erhitztem Gesicht das Messer und sage genervt, ein Kreischen meiner Stimme vermeidend: „Bitte, am besten schneiden Sie eine Scheibe für mich ab!“
Aber nein, die Frau ist dazu absolut nicht bereit. Sie beharrt auf ihrem Angebot.
Es würde mich wirklich freuen und erleichtern, wenn es sie es täte. Es wäre ebenso ein Zeichen der Gastfreundschaft, wie ihr Angebot, mir den Vortritt zu lassen und mir ein Stück Fleisch meiner Wahl abzuschneiden. Die Kartoffelknödelscheiben sind auch etwas aus ihrer dekorativen Form gerüttelt. Verzweiflung kommt auf und der Frust sitzt in ungeweinten Tränen in der Brust. Ich schneide und schneide und komme überhaupt nicht mehr weiter. Das gibt es doch gar nicht!

Die Knödel, solche dicken Dinger, sind eindeutig Dr. Scheins Schöpfung.
Oje, und das Schwein wurde nun verbraten. Ich hatte es nach dem letzten Traum mit ihm schon befürchtet…

Tags:

4 Antworten zu Schweinebraten und Knödel

  1. Schwein leistet Widerstand – bis zuletzt!

  2. REPLY:
    Glauben Sie ja nicht, dass ich Ihr Treiben nicht beobachtete! Sogar die gutmütige Frau Gaga haben Sie jetzt schon auf schein-heilige Weise dazu gebracht, Ihnen mit einem Messer zur Seite zu stehen!
    Aber gut, ich kriege sie schon noch mürbe!

  3. REPLY:
    Beobachten Sie ruhigen Gewissens, Frau Traumzeit, dazu ist das Treiben schließlich da!
    Schein hat schon in vielen Röhren gebrutzelt – da wird man zwangsläufig etwas ledrig :)

  4. REPLY:
    *lach*
    Aber zum Vernaschen sind Sie schon noch geeignet – hoffe ich. ;o)