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Rrringeling – mehr Licht!

Traum:
Eine lange Reise, an deren Ende ein ausgedehnter Aufenthalt geplant ist. Wir fahren mit einer gediegenen Bahn, die an den Orientexpress denken lässt. Mehrere altertümliche Waggons mit Sitzbänken aus rotem Leder – mit Ohrenstützen – ausgestattet. Vor den Fenstern hängen Vorhänge, die mit Bändern beiseite gehalten werden. Die Fensterscheiben sind verdunkelt – mittels Rollo oder Abklebung. Die Luft im Waggon ist recht warm. In Abständen komme ich an den offenen Einstiegstüren vorbei und sehe: Draußen zeigt sich schönstes Sonnenscheinwetter.

Zwei Drittel der Plätze sind besetzt. Die Mitreisenden sind mir alle weitläufig bekannt und unvertraut; ein Gefühl von ferner Familienangehörigkeit. Sie sitzen als Paare oder in Familien gesprächig beisammen. Mike, Moina und ich wechseln je nach Vorhaben gemeinsam unsere Sitzplätze – beispielsweise um eine Mahlzeit zu uns zu nehmen.

Hin und wieder gehe ich durch die Waggons hindurch bis ganz nach hinten, um dort hinauszuschauen. Mein Fahrrad parkt dort und ich fürchte, es könnte mir gestohlen werden. Einige Leute halten sich dort auf – grüne Wiese, Sonnenschein, Freizeit. Mein Fahrrad steht noch da und ich mache mich wieder auf den Weg zum Sitzplatz.

Wenige Schritte im Waggon zurück, da höre ich meine Fahrradklingel: „Rrringeling!!“
Nanu? Macht sich da jemand an meinem Fahrrad zu schaffen? Ich kehre um, schaue raus: das Fahrrad steht noch genauso da wie vor wenigen Minuten. Na.
Wieder auf halbem Wege im Waggon ein „Rrringeling!!“ das mich zur Umkehr veranlasst. Wieder steht mein Fahrrad wie unberührt da – nix zu sehen!

Das geht dann drei oder vier Mal so. Nee echt, auf das Rrringeling kann ich nichts geben, es macht keinen Sinn, immer wieder nachzusehen. Ein Mann – er sitzt im letzten Waggon ganz hinten auf der Bank – meint wohlwollend: „Wenn Sie darauf jedes Mal reagieren wollen, dann kommen Sie nie zur Ruhe!“ Recht hat er.

Zurück im gemütlichen Waggon bei unseren Plätzen. Mann und Tochter möchten gerne das Abendessen. Wir holen es aus unseren wohlgefüllten Koffern und suchen uns einen neuen Sitzplatz. Allerdings wäre es ganz schön, wenn es zum Essen etwas heller wäre. Von einer Reisenden kommt der Vorschlag, die indirekte Beleuchtung am Fensterrahmen einzuschalten. Ja, gute Idee – gemacht! Viele kleine Lämpchen umkränzen das lichtundurchlässige Fenster am vorherigen Sitzplatz. Schön gemütlich. Trotzdem verspüre ich den starken Wunsch nach noch mehr Licht; sicherlich wäre dann alles besser zu erkennen. Auf allen Vieren krabbele ich an den Sitzbänken entlang. In der Hand den Stecker eines Verlängerungskabels, auf der Suche nach einer Steckdose. Da, am Ende des Waggons, neben der Familie, werde ich fündig. Nur der Stecker greift nicht in der Steckdose, sondern rutscht immer wieder – wie von einem Gummiband gezogen – heraus. Nanu? Ich folge dem Kabelverlauf. Aha, da steht ein Mann in Pantoffeln. Das Kabel bleibt an den Pantoffeln hängen. Nach einer kurzen Bitte tritt der Mann etwas zurück und das Kabel lässt sich locker verlegen – na also, wunderbar.

Zurück zu meiner Familie. Von Moina erfahre ich, dass mein Mann einen Waggon weiter vor gegangen ist, um das Essen in der Küche zuzubereiten. Okay, ich gehe mal schauen. Ein Blick durch die Tür in die Küche der Älteren hinein. Dort steht mein Mann – mein Ex – und ordnet die Kinderwäsche, die auf der Mikrowelle gestapelt ist. Das nervt mich. Ich möchte lieber eine Sache zu Ende führen, ehe die nächsten begonnen wird. Das Telefon klingelt und ich gehe einige Schritte zurück zum Telefonhörer, nehme das Gespräch entgegen, bemerke dabei das fehlende Gehäuse. Unter meinen Fingerspitzen das blanke Tastenfeld. Es wirkt alles so empfindlich und zerbrechlich, dass ich es kaum berühren mag. Bringe es vorsichtig ans Ohr und… Eine magere Verbindung ist wahrnehmbar, die mich spürbar verunsichert. Ist da überhaupt jemand? „Hallooo!? … Hallo??“ Ah ja, die Älteren vermutlich. Sie wünschen meinen Mann, also meinen Ex zu sprechen. Okay, gerne.

Status:
15/25+5 – Halbzeit, juchuuu!!

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