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Die Esel am sonnigen Hügel

Traum:
Eine ungestüme Autofahrt durch die Stadt – nur wenig andere Verkehrsteilnehmer sind unterwegs. Mike sitzt am Steuer. Es ist bereits die zweite große Kreuzung – ähnlich der bei der Dt. Nationalbibliothek – die er mit zu hoher Geschwindigkeit überquert. Zum zweiten Mal kommt ein blau leuchtendes Aufblitzen aus dem Starenkasten! Deutlich sehe ich das Einauge in der Box! Das war schon beim ersten Mal so, aber da schenkte ich dem keine Beachtung; fühlte mich gar nicht angesprochen. Jetzt aber wird auch mir klar: wir fahren viel zu schnell: 60 statt 50 km/h. Seine offensive Fahrweise reizt mich und ich mache ihn mit greller Stimme auf die Geschwindigkeitsüberschreitung aufmerksam.

Da sind wir schon raus aus der Stadt. Die Straße läuft auf einen mit Leitplanken gesicherten Steilhang zu. Mike kriegt gerade noch den 90° Dreh nach rechts. Nicht ganz, denn er lässt das Fahrzeug ganz lässig gegen die Leitplanken sausen, so dass es an der Fahrerseite nur so crasht. Schlingernd findet er die Spur auf dem Wirtschaftsweg und setzt die Fahrt mit ungeminderter Geschwindigkeit fort. Ich bin entsetzt. Warum fährt er nicht vorsichtiger? Mike meint, es sei doch völlig okay, die Funktion der Leitplanken voll zu beanspruchen – dafür sind die ja da, um vor einem Absturz zu bewahren. Mir ist das echt zu heftig, und deshalb ist mir auch egal, wenn er sich gleich wieder über meinen protestantischen Ethos lustig macht. „Die Leitplanke könnte wegbrechen!!“, brülle ich. Daraufhin meint er, Sammy fahre doch genauso schnell. Als wäre das ein Argument!! In der Tat fährt Sammy in einem schnittigen Flitzer vor uns – halsbrecherisch!

Hinzu kommt, dass uns die Fahrt hinaus aufs Land geführt hat. Die Fahrwege haben einen feinsandigen Untergrund. Bald ist kaum mehr Festigkeit unter den Reifen zu spüren. Sammys und unser Auto brechen immer wieder aus. Damit nicht genug! Sammy fährt jetzt von diesem Fahrweg ab, auf eine schmale Wegspur daneben, die noch ungefestigter ist. Mike folgt. Unfassbar! Auf meine Frage nach dem Warum erklärt er, dass Sammy dort doch auch fahre. Es ist mir unbegreiflich, warum er Sammy völlig unreflektiert nacheifert.

Ich habe keine Lust mehr, diese belehrende und mäkelnde Rolle zu spielen. Es ist auch zu anstrengend. Vor uns liegt ein Hügel mit einem kleinen Bergdorf an der Kuppe. Der Sandweg verläuft steil nach oben. Sammy ist dabei, den Weg nach oben zu erfahren. Aber der feine Sand reicht immer tiefer und irgendwann versackt sein Fahrzeug darin und bringt ihn schließlich zum Halten.

Wir halten etwas weiter unten am Hügel, steigen aus. Die Sonne scheint ohne Unterlass. Mittagszeit. Das karg wachsende Gras ist ganz dürr und trocken. Ein kleines Ackerland mit ganz sandigem, staubtrockenem Boden, der von einigen porösen, kugeligen Steinchen aufgelockert wird. Ackerfurchen. Ein altes Ehepaar verrichtet die notwendigen Arbeiten. Ganz still, ganz selbstverständlich, bedächtig. Die Frau schützt ihren Kopf mit hellem Tuch vor zuviel Sonnenstrahlen. Auch der Mann trägt eine Kopfbedeckung. Beide sind hager; ihre Haut an Armen und Händen ist ledern, an die Sonne gewöhnt.

Bei den beiden Landbewohnern stehend, überlegen Mike und ich, ob wir unsere Fahrt überhaupt fortsetzen können. Der Fahrweg wirkt unpassierbar. Der Landarbeiter sagt, er wolle uns führen. Er und seine Frau leben dort oben im Bergdorf. Außerdem will er noch seine Tiere hinauf bringen. Seine Tiere stehen bei uns. Es sind junge Esel. Ganz aus der Nähe sehe ich das Fell. Es ist voller Sand. Die Esel reiben sich aneinander, manchmal auch im Ackerboden. Ganz gemächlich und zufrieden wirken sie. Doch das Reiben aneinander, oder das Suhlen in der staubigen Erde, das macht mich fast glauben, die Esel seien Wildschweine!
Sah ich nicht bereits im Traum zuvor Wildschweine? Wildschweine aufm Berg – das ist doch auffällig, oder nicht?

Status:
14/25+5

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