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Fabulöses 3D-Waldbuch

Traum:
In einem Waldgebiet fällt mir ein großformatiges Buch in die Hände. Die Buchdeckel sind wie jeweils ein Haus gestaltet; aus Gusseisen oder sehr dickem dunkelgrauen Karton. Diese Häuser ähneln einem Scherenschnitt; es wurden Teile ausgestanzt. Ebenso die Innenseiten des Buches: zick-zack gefaltete Zaunelemente, die sich wie ein Leporello umblättern lassen. Diese Gestaltungsform verleiht dem Buch eine dreidimensionale Tiefe.

Ich schlage das Buch auf. Eine Frau oder ein Fuchs wohnt im Haus des vorderen Buchdeckels. Im Haus des rückwärtigen Buchdeckels wohnt ein Mann oder ein Wolf. Die Frau und der Mann lieben einander sehr, jedoch trennt sie die Aneinanderreihung der Zaunelemente; also die Seiten des Buches. Sie können nicht zueinander finden.

Langsam blättere ich die Seiten um. Dies führt dazu, dass die Zaunelemente sich lockern. Da bemerke ich etwas Wundersames: Die Frau tritt aus dem aufgeschlagenen Buchhaus und gleitet als scherenschnittartiger Schemen, wie in einem Daumenkino, durch die Buchmitte/Zäune bis zum rückwärtigen Buchdeckel. Das Umblättern bewirkt eine ausreichende Öffnung der Zäune. Geschmeidig nutzt sie jede Öffnung, gleitet zwischen den Streben, über oder unter dem Zaun. Der Mann, der Wolf, im „Hinterhaus“ bemerkt es, erwartet sie. Die Frau springt mit allen Vieren in seine sehnsüchtig geöffneten Arme. Es ist berührend zu sehen, wie sie endlich zueinander finden. Ich finde es so bemerkenswert, dass ich den Mann an meiner rechten Seite darauf aufmerksam mache und das Buch nochmals durchblättere. Auch deshalb, um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht getäuscht habe Tatsächlich wiederholt sich der Effekt.

Zoom out. Ein weiter unten liegender Bereich gelangt ins Blickfeld. Der Mann, der bis zu diesem Zeitpunkt nur Beobachter war, entpuppt sich nun als Akteur. Er steht einige Schritte vor mir. Zwischen uns liegen eine Reihe Waldtiere auf dem weichen Tannennadelboden. Sie sind lebendig, liegen alle auf dem Rücken und sind nach Tierarten – keines größer als ein Fuchs oder Wolf – angeordnet. Am meisten fallen die Wiesel ins Auge – Tiere mit schwarzem Fell und weißen Zeichnungen an Bauch, Pfoten und Schwanzspitze. Vermutlich weil von ihnen eine größere Anzahl daliegt.

Nun muss ich erleben, was geschieht, wenn ich in dem Waldbuch blättere! Die am Boden liegenden Waldtiere werden selbst bei vorsichtigem Umblättern in Bewegung versetzt. Sie schleudern hin und her, prallen gegeneinander. Es ist erschreckend, es ist entsetzlich! Die Tiere sind nach diesem bisschen bereits benommen, halb tot, fast erschlagen, ihre Knochen zerschmettert. Vor allem die Wiesel – sie sind die Kleinsten und Empfindlichsten – hat es arg getroffen. Teils hat sich das Fell von der Haut gelöst und ich erwarte, dass bald Blut aus den großflächigen Verletzungen fließt.

Ich sage dem Mann, wie erschüttert ich bin und dass ich überlege, das Buch nicht mehr anzufassen. Der Mann aber meint – und er ist ja ein Waldmeister, ein gelehrter Jägermeister – das alles mache momentan einen viel schlimmeren Eindruck, als wie es in Wirklichkeit ist. Er erklärt, dass er üblicherweise sehr konzentriert und zügig arbeitet, was bedeutet, dass er die erschlagenen, die toten Tiere umgehend aus der Reihe zieht und entfernt. Ja, es sei gar nicht so ein blutiges Gemetzel, wie ich jetzt denken könnte. „Es ist alles in Ordnung!“ versichert er. „Und, falls Sie mithelfen möchten: zügiges konzentriertes Arbeiten ist gefordert!“

Notiz:
Der Traum erinnert mich an das ABC3D-Buch, das gestern meine Aufmerksamkeit erregte.

Status:
13/25+5

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