Home » Traumtagebuch » Ungewollte Blöße

Ungewollte Blöße

Traum:
Als ich gehen will, bemerke ich, dass der Wandbehang – eine mexikanische Patchworkarbeit aus dunklen Stoffen mit bleichem Schwarz als Grundfarbe, kein erkennbares Muster – ganz schief hängt. Vermutlich war der Künstler in Eile. Das Schiefe fällt umso mehr auf, als dass die Fugen der anthrazitfarbenen Wandplatten aus Marmor eine optische Richtung vorgeben.

Ich nehme mir einen Stuhl. Mit einigen Schritten durchquere ich das kühl anmutende Foyer und gehe auf den Wandbehang zu, steige auf den Stuhl, um das Schiefe zu richten. Da der Behang eben erst angebracht wurde, gehe ich davon aus, dass der Kleber noch nicht fest ist, sich der Stoff leicht lösen und zurechtrücken lässt. Nachdem ich einen Teil des Behangs von der Wand gelöst habe, werfe ich einen Blick auf die Rückseite. Sie ist mit dem bleich-schwarzen Stoff kaschiert und die Ränder sind mit einer breiten Borte eingefasst. Der Kleber ist nahezu getrocknet. Er wird kaum mehr Halt an der Wand geben. Zurechtrücken ist auch nicht mehr drin. So ziehe ich den kompletten Wandbehang runter. Auf der Rückseite überall Stellen, wo sich viel Kleber angesammelt hat; doch selbst diese reichhaltigen Punkte sind bereits zu Gummiartigem getrocknet. Zwischenzeitlich ist ein Mann an meine Seite getreten und hält mich von der Taille abwärts mit einem violettblauen Badelaken bedeckt. Sehr höflich von ihm! Denn ich trage ein kurzes weißes Miniröckchen, das nur knapp meinen nackten Po bedeckt – eigentlich, um es genau zu benennen: der Rock ist so kurz, dass die Powölbung mehr als nur zu erahnen ist. Da ich auf dem Stuhl stehe, hätte der Mann sicherlich noch mehr Einblick. So wird mir meine Blöße eigentlich erst dadurch bewusst, dass der Mann sie bedeckt. Als ich vom Stuhl runtergehe, löse ich mich auch aus dem blickschützenden Badelaken. Zupfe am Rocksaum, während ich das Foyer durchquere, um etwas Stoff über den Po zu ziehen. Das bringt gar nichts! Der Rock sitzt in der Taille fest und gibt keinen Zentimeter nach unten nach. Umso beharrlicher rede ich mir nun ein, dass die Rocklänge sicherlich ganz okay ist. Einige Schritte hinter mir folgt der Mann mit dem Badelaken. Ich rufe ihm zu, dass es mir leider nicht gelingt, den Wandbehang zu richten!

Draußen angekommen, steige ich von einem Erntewagen herab. Dort lasse ich vier Frauen zurück, deren ziellosen Blicke mir folgen. Wieder zupfe ich am Rocksaum, spüre dabei, dass mein Po am unteren Rund nicht bedeckt ist. Rede mir aber ein, dass alles in Ordnung ist. Beide Kräfte – das gute Zureden und dagegen das Spüren der Blöße – sind gleich stark und hinterlassen ein nervöses Gefühl in mir. Naja Mensch, so schlimm wird es ja wohl wirklich nicht aussehen.

Notiz:

Dieser Rock aus schwarzem Stoff:
Missmutige in Strapse

Tags: