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Café Mokka, Tanz-Aerobic und Zen-Sprüche

Traum:
Draußen vor einem Gebäude (Café Mokka), das ich, ohne dafür einen Grund benennen zu können, als Fitnessbude bezeichnen würde. Bald werden die Vorbereitungen beginnen: das Herrichten der Kaffeetafel für eine größere Gesellschaft, deren Eintreffen erwartet wird. Es geht los, ich nehme drei Kaffeetassen – Mokkatassen! – samt Untertassen in die linke Hand – so viel, und doch so wenig.

Szenenwechsel. Ich sitze rechts vor einer Fitnessbude auf einem Stuhl und blicke zu den Schaufenstern des Gebäudes. Der Innenraum ist nicht zu erkennen, denn das Außen wurde in den Raum hineingegeben. Vorn der türkisgrüne Streifen des Fußbodens. Genauer gesagt ist es eine Widerspiegelung des Außen, mit welcher der Raum gefüllt wurde. Allerdings schwankt diese Projektion wie ein Schiff auf hoher See. Ich erlebe es als sehr störend, nichts erkennen zu können. Man glaubt einen Einblick zu gewinnen, stellt aber fest, dass man völlig außen vor bleibt.

Beim Doc. Ein befreundetes Paar begleitet mich zu diesem Aufklärungs- oder Beratungsgespräch. Als der Doc erfährt, dass ich früher Tanz-Aerobic im Sportverein machte, will er weitere Details wissen. So berichte ich, dass das Tempo niedriger ist als beim echten Aerobic. Ich bestätige seine Frage nach der Aerobic-Trainerin: der Ablauf wird sehr davon bestimmt, mit wie viel Schwung sie rangeht. Die Trainerin im Sportverein war echt energievoll. Das machte Spaß. Und ja, so bestätige ich seine nächste freundliche Nachfrage, die Kosten waren deutlich niedriger als in einem Fitnessstudio. Also durchaus erschwinglich. Das Gespräch mit dem Doc läuft rund, allerdings reden wir in einer Hinsicht aneinander vorbei: Während ich von der Vergangenheit spreche, spricht er von der Gegenwart! Nun erscheint es mir aber als zu aufwändig und anstrengend, ihn über meine Krankheit und die damit verbundenen Therapien aufzuklären, die mich derzeit von so etwas wie Aerobic abhalten. Eines spüre ich jedoch genau: Diese Freude allein bei der Vorstellung, wieder am Tanz-Aerobic teilzunehmen. Der Doc notiert nämlich diese Aktivität auf dem Behandlungsplan. Gleich nach der Strahlentherapie will ich damit beginnen.

Der Doc steht auf, setzt sich einige Schritte von seinem Schreibtisch entfernt in eine Leseecke. Ich setze mich zu ihm auf die helle Couch. Wir beide blättern in den Geschenkbüchlein herum, derer viele auf dem Tisch liegen. Irgendwann bemerken wir erfreut, dass wir das gleiche Exemplar in den Händen halten und dabei den gleichen Gedanken haben: Dies ist das Richtige. Ein kleines Büchlein mit buddhistischen Weisheitssprüchen – illustriert mit Elementen aus einem Zen-Garten. Dass der Doc dies für die richtige Lektüre hält, das verblüfft mich, denn diese Weisheitssprüche kenne ich und ich hielt den Inhalt dieser Minibüchlein für trivial; von daher auch ungeeignet, mir damit etwas Gutes zu tun. Der Doc schmunzelt über meine Gedanken und erklärt: „Diese Texte sind als Medizin gedacht und sollen gar nicht der Inspiration dienen.“ Ermunternd nickt er mir zu. Ich muss grinsen und spüre: Es ist okay. Es ist okay, mir das regelmäßig zuzuführen. Wenn es Medizin ist, dann verbinde ich auch keine weiteren Erwartungen damit.

Notiz:
Nach der Strahlentherapie radele ich immer am Café Mokka vorbei.

Status:
7/25+5

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6 Antworten zu Café Mokka, Tanz-Aerobic und Zen-Sprüche

  1. zuckerwattewolkenmond

    denn mit diesen Statuszahlen am Ende der Träume neuerdings auf sich?

  2. REPLY:
    Strahlentherapie: 7 von 30 (25+5) Behandlungen.
    Mit den Träumen muss es nicht zwangsläufig etwas zu tun haben. Ich schätze das Aufwärtszählen, weil damit das Ende dieser Behandlungen ganz augenscheinlich näher rückt.

  3. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    aber wieso schreibst du dann nicht 7/30, sondern 7/25+5? *wieder zu neugierig ist*

  4. REPLY:
    Die letzten fünf Behandlungen sind Boostbestrahlungen; das heißt, diese sind mit einer deutlich höheren Strahlendosis verbunden. *mulmig zumute* Das alles ist eine unheimliche Angelegenheit, denn man bemerkt ja so erst einmal nichts.

  5. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    da wäre mir auch mulmig. Wahrscheinlich kann es da auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, nehme ich an.

  6. REPLY:
    Ja, die Nebenwirkungen und möglichen Spätfolgen sind etwas, das ich derzeit gedanklich so weit als möglich loslasse.