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Der Kuss des Dunklen

Traum:
Ein attraktiver Dunkelhäutiger kommt daher. Er ist groß und schlank, seine Haut ganz samtig, die dunklen Wimpern sind geschwungen. Seine Stimme ganz kräftig und weich. Er kommt direkt auf mich zu, schließt mich in die Arme und schiebt mir seine geschmeidige Zunge in die Mundhöhle. Mhmmm…
Voller Zärtlichkeit sagt er: „Die meisten Frauen sind schön, aber haben kein Geld. Du hast das alles.“
Seine Aussage holt mich ein wenig aus den warm schmelzenden Gefilden zurück und hat etwas leicht Ernüchterndes. Denn mir fällt ein, dass ich 100 Euro im Portemonnaie habe. Meine Güte, das ist ja nicht immer so. Eigentlich hatte ich auch nicht vor, von den 100 Euro etwas abzugeben. Naja, aber ich will natürlich auch nicht kleinlich sein. Und mit dem Dunklen will ich es mir nicht verderben, schließlich küsst er so wunderschön. Okay, gehen wir also los.

Wir überqueren einen kleinen Platz im Dunkeln und gelangen an einen geräumigen Wohnbus, der vor dem Haus der Älteren parkt. Wir steigen ein. Polstersitze aus fleischrotem Leder – warme Atmosphäre; ich denke an Orient und Tabak. Als ich an meine Tasche gehe, das Portemonnaie herausnehme, um dem Dunklen 10 Euro zu geben, spüre ich einen gewissen Unwillen. Eigentlich hatte ich das Geld schonen wollen. Hm hm, naja, naja… Auf einem der Plätze sitzt eine Frau, die sichtlich zufrieden ist. Sie trägt die Sonnenbrille, die ich ihr gerade geschenkt habe. Es ist ein ungewöhnliches Teil: sie besteht aus nur einem Glas. Es ist ein sehr großes Glas in Dreiecksform – genauer gesagt: in Herzform – das mit hellbraunem, dunkel geflecktem Horn gerahmt. Da dieses Einglas so groß ist, fällt es nur wenig auf, dass ein zweites Glas fehlt. Die Frau ist total glücklich damit! Mit diesem Einglas ist ein Pappköfferchen verbunden, das auf dem Schoß der Frau ruht. Auch das Pappköfferchen ist herzförmig und in Brauntönen gehalten. Na, das ist ein Set, ganz klar. Ein drittes Teil gehört ebenfalls dazu, aber ich kann es nicht erinnern. Jedenfalls ist alles nah miteinander verbunden – das eine gibt es nicht ohne dem anderen Ding; so ist das. Dass ich mit diesem Geschenk eine solche Freude bereite, hätte ich nicht gedacht. Ich kann es ja jetzt noch nicht glauben. Und der Dunkle küsst so angenehm.

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