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Tonsur und das ‘Spiel der Aufgaben’

Traum:
Elternbeiratssitzung im Erdhügel. Zwei Handvoll Leute haben sich um den Tisch versammelt. Die Leiterin sitzt mir gegenüber. Sofort fällt mir auf, dass sie eine meerblaue Kutte trägt. Als sie sich kurz erhebt und dabei den Kopf vorbeugt, bemerke ich ihren kahlen Kopf und ich spüre Betroffenheit: Macht sie eine Chemo? Ich dachte, ihre Schwester sei an Krebs erkrankt? Erst jetzt, als sie sich wieder setzt, erkenne ich es genauer: Sie trägt eine Tonsur! Von daher auch die Kutte. Vielleicht meditiert sie in einem buddhistischen Kloster. Mit sanftmütigen Worten leitet sie den Beginn der Sitzung ein: „Seid Ihr bereit, das Spiel eurer Aufgaben zu spielen?“

Ah ja, eine schöne Sichtweise! Während ich einen Blick in meine mitgebrachte Indientasche werfe, kommt mir in den Sinn, dass ich auf dieses Spiel noch gar nicht vorbereitet bin. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, in der Richtung etwas getan zu haben.

Da breitet die Leiterin ein großes Stück Stoff auf dem Tisch aus. Gemeinsam mit ihrer und meiner Sitznachbarin bilden wir vier haltende Eckpunkte und straffen das Stoff. Es ist ein festes Baumwollgewebe in kräftigem Türkis, mit patchworkartigen Einsätze aus bunten Ringelgewebe aufgemuntert. Die Leiterin sagt zu ihrer Sitznachbarin, sie solle die Schere einfach durch den gespannten Stoff gleiten lassen, ohne die typischen Schneidebewegungen auszuführen. Noch während der Stoff sich teilt, verändert er sich zu einem fließenden Gewebe, cremeweiß und pastellgrün gestreift mit dunkelrosa Blütenknospen. Niemand von uns scheint dem Beachtung zu schenken. Unsere Aufmerksamkeit wird auch von der Leiterin auf den Schnitt gelenkt, denn er ist schief geschnitten! Ein Zacken ist hineingelaufen. Was wollen wir jetzt tun? Vorsichtig schiebt sie den Stoff aneinander und ich denke mir: ich würde die schräge Stelle zusammennähen und dann den gerade Schnitt vollziehen.

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