Home » Traumtagebuch » Blutentnahme und Schwächeanfall

Blutentnahme und Schwächeanfall

Worpswede

Traum:
Krankenhaus – in der Ambulanz. Ich liege auf der linken Seite und lasse einige Blutentnahmen über mich ergehen, die am Gesäß vorgenommen werden. Immer wieder treibt mir die medizinische Assistentin eine Biopsienadel ins Fleisch – dabei holt sie kraftvoll aus – und befüllt einige Ampullen. Zwei Ampullen sehe ich deutlich. Das Blut darinnen ist sehr dunkel und leicht klumpig. Vermutlich soll die Anzahl der Thrombozyten bestimmt werden.

Während dieser Zeit weilt mein Blick auf einer jungen Assistentin – nordischer Typ – die am Kopfende vor der Liege steht. Eigentlich wollte sie den Dienst antreten, jedoch ist sie krank: eine Virusinfektion, die von Schwächeanfällen begleitet wird. Ihre Kolleginnen raten ihr, gleich wieder nach Hause zu gehen. Die Kranke lässt sofort ihren Kittel von den Schultern rutschen. Das geht ganz fix, denn sie trug eh nur einen leichten Kittel aus luftigem Vlies, der von hauchfeinen Klammern lose gehalten wurde. Darunter kommt ein „richtiger“ Kittel zum Vorschein, der an den Nähten sorgsam und ordentlich von weißsilbernen Büroklammern und weichsilbernen Sicherheitsnadeln (ohne Spitze!) zusammengehalten wird. Das ist eine saubere Arbeit. Allerdings überlege ich, dass ihre Krankheit eine Inszenierung sein könnte, denn aus welch anderem Grund hätte sie auf die Idee kommen sollen, sich einen so losen Vlieskittel überzuziehen? Das geschah doch sicherlich aus der Überlegung heraus, den Kittel direkt nach ihrer Krankheitsbekundung schnell loswerden zu können, um möglichst schnell nach Hause zu kommen. Oder? Ich glaube eher nicht, dass ich ihr mit meinem Argwohn Unrecht tue. Jedoch ist es gerade das, was sich nach dem Aufwachen ziemlich ungut anfühlt.

Die Blutentnahme wird immer unangenehmer, so als ließe eine örtliche Betäubung nach. Ich spüre aufkeimenden Nervenschmerz und höre mich leise stöhnen. Die Sache hat etwas Quälendes. Mein leises Stöhnen passt der behandelnden Frau gar nicht und sie sagt gereizt: „Wenn es Ihnen lieber ist, können wir auch ein Stück Gewebe aus der Brust entnehmen!“
Damit meint sie einen Einschnitt von 1 cm Länge in der linken Brust.
Oh nein!!!! Nur das nicht! Ein stummer Schrei der Verzweiflung bleibt mir in der Kehle stecken.
Daraufhin meint sie kühl: „Ich kann Ihnen auch ein Stück aus der linken Schulter nehmen!“
Hinter meinem Rücken erwacht das Träumen eines älteren Mannes – ein fast unwirkliches Bild wie aus der Ferne oder Vergangenheit. Dieser Mann sagt, er habe das auf ihren Vorschlag hin machen lassen und: „Es ist nie geheilt!“
Nein nein, ich will es auch nicht. Lieber halte ich noch etwas durch!

Tags: