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Altar am Meer – Begegnung

Traum:
An einem Vormittag überquere ich einen Fahrweg nahe am Mittelmeer. Gegenüber ein langgezogener Steinbau, zur Straße hin offen. Dort zieht es mich hin. Ein Senior kommt mir von dort entgegen. Ein netter Bekannter. Er reicht mir die Hand und eine Umarmung beginnt zu entstehen. Beiderlei Formen des Entgegenkommen lösen sich bereits auf, ehe sie zustande kommen konnten. Dabei ist auch mir ein wenig so, als löse ich mich halbwegs auf, aber ich sammele mich bald wieder. Während wir gehen, fragt er nach Mike und ich erzähle, dass er noch im Hotel ist; er genießt den Urlaub, einmal ausschlafen können. Daraufhin meint der Senior: „Und dann steht man um 10 Uhr auf und versteht die Welt nicht mehr.“ Seine trockene Bemerkung lässt mich etwas grinsen. Jaja, mir geht es ja auch so: wenn ich zu lange schlafe, bin ich erst einmal verwirrt.
Wir setzen uns auf die Stufen vor dem Steinbau. Der Senior sitzt links neben mir. Direkt vor ihm sitzt seine achtjährige Tochter. Ich denke mir jedenfalls, dass sie zwei Jahre älter als Moina ist – womit ich mich um mindestens zwei Jahre verrechne. Die Tochter trägt noch einen Teil der Verkleidung vom Faschingsfest. Ich frage, ob sie in den gleichen Kindergarten wie Moina geht. Als sie es bejaht, frage ich weiter: „Du spielst nicht mit Moina? Naja, Du bist zwei Jahre älter, da ist das nicht so interessant?!“
Sie schaut mich missmutig an. Ihre Lippen sind füllig, was durch die ansonsten kleine Mundform hervorgehoben wird. Sie ist ein nordischer Typ; blond mit heller Haut und bleichen Sommersprossen auf den Wangen. Gelangweilt erklärt sie, warum sie nicht mit Moina spielt: „Sie riecht.“
Der Senior nickt und bestätigt gleichmütig: „Ja, das stimmt.“
Sie riecht?? Ich überlege… Pubertätsgeruch? Bisher hatte ich allerdings nichts Auffälliges gerochen. Hmm. Womöglich rieche ich selbst ganz unangenehm, was eine Erklärung dafür wäre, dass ich noch gar nichts Müffeliges wahrgenommen habe?!? Hmmm…

Ich betrete den Steinbau, strebe auf den mittleren Teil der Wand zu, da ich dort durch eine zweiflügelige Tür nach draußen treten möchte, um von dort – auf einer Terrasse stehend – auf das weite Meer zu blicken. Ein wenig ist es so, als wolle ich auf diese Weise einen Durst löschen. Während der ersten Schritte dorthin erhasche ich bereits einen ersten Blick auf den klarblauen Himmel und das ruhige Meer; so als schaue ich durch einen Türspalt. Beim Näherkommen erkenne ich, dass es ein Irrtum gewesen sein muss. Die Tür ist verschlossen. Ja, und jetzt, näher betrachtet, ist gar keine Tür mehr zu sehen – so, als habe es hier nie eine Tür gegeben!? Einige SeniorInnen stehen herum, lenken den konzentrierten Blick ab oder verwehren ihm seine Freiheit. Ich fühle mich irritiert. Kaum zu glauben, dass es dort einmal eine Tür gab, denn die gesamte Wandfläche ist mit Holz vertäfelt. In der Mitte ein alter Altar, zu beiden Seiten Orgelpfeifen. Davor stehen kleine Gebetsbänkchen. Alles eher schlicht gehalten, nur hier und da ein paar zurückhaltend gedrechselte Elemente. So schön das auch ist… irgendwie wirkt es dennoch verbaut.

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