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Beleidigte Tier-Homöopathin

Traum:
In einem Lernzimmer. Ich stehe rechts neben der Tür, mit Blick in den Raum, als „die mit den Kälberzähnen“ eintritt und neben mir stehen bleibt. Wir haben uns länger nicht gesehen; eine lebhafte Plauderei ist zu erwarten, die vermutlich sehr an der Oberfläche bleibt. So spüre ich eine Mischung aus Wiedersehensfreude und Genervtheit. Während meine Bekannte einige Schritte in den Raum hinein macht, wandelt sie sich in die Tier-Homöopathin. Sie nimmt ihren offenen Rucksack vor sich und kramt etwas heraus. Im Rucksack steckt eine Thermosflasche mit lauwarmem Ingwerwasser, und eine gesunde Brotzeit. Bald steht sie mir gegenüber. Das helle Rechteck des Fensters hinter ihrem Rücken lässt kaum mehr als ein Schattenbild von ihr erkennen, das nun in den Hintergrund gerät. In meiner rechten Hand halte ich eine farbenfroh bedruckte Tapetenrolle. Mit der linken Hand ziehe ich einen Teil davon zur Betrachtung heraus. Es ist festes Papier mit kalkweißem Hintergrund, längs und diagonal bedruckt mit zentimeterbreiten Streifen in Frühlingsgrün, mildem Gelb, hellem Rot und Tiefrot. Die Seitenränder der Streifen wirken etwas ausgefranst. Ein wenig erinnert es an Geschenkpaper. Die Tier-Homöopathin kreierte es. Diese Tapete könnte als Wandschmuck verwendet werden. Es ist in erster Linie dafür gedacht, dass nur ein Streifen an die Wand geklebt wird, so dass die ansonsten einheitliche Raumfarbe etwas aufgelockert wirkt. Nur spüre ich inneren Widerstand. Oder gar Ablehnung? Ach, irgendwie ist es doch ganz hübsch. Das dunkle Rot vor dem hellen Rot lässt an reife Kirschen denken. Die beiden Rottöne bilden einen schönen Kontrast. Dennoch… und das spreche ich jetzt aus: „Das sieht doch wie ein olles Küchentuch aus.“ In mir spüre ich eine gewisse Genugtuung bei dieser Entwertung. Die Tier-Homöopathin reagiert beleidigt, packt ihren Proviant gleich wieder in den Rucksack. Einen Moment lang möchte ich etwas Versöhnliches sagen und sie zum Bleiben bewegen! Jedoch ist es gerade ihr Beleidigtsein, das ich fast etwas abstoßend finde und in mir den Wunsch aufkeimen lässt, sie möge doch gehen – bald! Ihre ganze beleidigte Ausstrahlung erlebe ich als sehr ermüdend.

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