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Altes Mütterlein und Empfindsamer in Rückenlage

Traum:
Ein lichter Wald – eher im Randbereich. Einige Bekannte und ich stehen lose beisammen, werden gleich den Weg fortsetzen. Es ist eine Situation, die ich in einem Buch lese, die sich tatsächlich aber auch gleichzeitig ereignet. So als sei ich im Geschehen eines Textes real drin. Deshalb überlege ich bei allem was ich sehe, auf welche Weise ich es passend in Worte fassen könnte, versuche auch möglichst alle Details zu erinnern. Farben, Formen, Gerüche, Anzahl, Personen, Richtungen usw. Dort beispielsweise… ein altes Mütterlein setzt seinen Weg fort. Und zwar in entgegenlaufender Richtung jenem Weg, den wir einzuschlagen gedenken. So sehe ich sie nur noch von hinten. Sie ist klein, leicht gebeugt, der Stoff ihrer Kleidung ist in Brauntönen gehalten, die alle von hohem Alter zeugen. Dazu trägt sie ein Kopftuch in graubraun. In beiden Händen hält sie mehrere alte Einkaufstaschen aus abgewetztem Leder. Wie formuliere ich dieses Geschehen mit wenigen und prägnanten Worten?
Wir gehen weiter, wie gesagt, in die andere Richtung. Es ist ein schöner Tag. Ein anhaltendes Geräusch erfüllt die klare Luft. Ein Mann aus unserer Gruppe – er ist unauffällig und schweigsam – legt sich, unvermittelt, lang auf den Weg. Auf den Rücken liegend, schaut er mit weit offenen Augen – die sichtlich nichts Bestimmtes betrachten – nach oben. Offenkundig ist er nur in dieser Körperhaltung in der Lage, das anhaltende Geräusch zu ertragen. Es ist aber auch wirklich durchdringend. Die anderen Leute auf dem Weg nehmen es gelassen hin wie ein vorüberfliegendes Flugzeug am Himmel. Sie halten zwar inne, schauen zu dem Mann am Boden, ohne sich jedoch über sein Verhalten zu wundern.

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