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Freudlosigkeit, Zwiebelsuppe und Fischteller

Traum:
Seit einer ganzen Weile lebe ich gemeinsam mit Moina in einem Zimmer in einem Frauen-(Kranken)Haus. Meine eigenen alltäglichen Pflichten sind fließend mit den anstehenden Arbeiten in diesem Haus verbunden. Wieder einmal gehe ich den endlos langen Gang entlang. Das Gebäude wirkt wie ein unabsehbarer langer Schlauch, der nur am Anfang oder Ende verlassen werden könnte – ähnelt, dem Empfinden nach, einem langen U-Boot oder einem Gefängnis. Zur Linken liegen die Arbeitsbereiche – einzelne Kammern in denen Frauen arbeiten. Alle Frauen tragen dunkelgraue Einheitskleidung – dazu gehört eine dunkelgraue Schürze die immer während der Arbeit getragen wird. An der Wand ein paar Haken, an denen die sauberen Schürzen hängen. Einige Frauen sind mit Küchenarbeiten beschäftigt, andere mit Wäsche und Reinigung der Räume. Die Verständigung findet in einer mir unbekannten Sprache statt – sie hört sich osteuropäisch an. Das führt zu einigen Behinderungen während meiner Arbeit und eine der leitenden Frauen macht mich – so verstehe ich es zumindest – darauf aufmerksam, dass ich daran noch arbeiten müsse.
Der Umgang miteinander ist respektvoll. Die Atmosphäre jedoch von Freudlosigkeit gekennzeichnet, so als gäbe es die Freude hier überhaupt nicht. Ein grauer Alltag.

Ich kann nicht benennen, ob es Auslöser dafür gibt; jedenfalls beschließe ich, diesen Ort zu verlassen, mir etwas anderes zu suchen. Auf diesem Weg gelange ich, vom Bad aus kommend, in die Küche der Älteren. Am Küchentisch sitzt eine zierliche Chinesin. Vor ihr steht eine Zwiebelsuppe – in einem Mikrowellenschälchen mit Deckel. Oje, die Suppe ist inzwischen bestimmt fast kalt geworden. Ich biete der Chinesin an, die Suppe schnell in der Mikrowelle zu erwärmen. Mit stiller Freude nimmt sie mein Angebot an. Als ich bei ihr ankomme, sitzt eine weitere Frau dort. Diese hat einen großen Teller mit gebratener Scholle und Beilagen vor sich stehen. Na, nun habe ich so lange gebraucht, um hierher zu kommen, da ist der Fisch sicherlich kalt geworden. „Soll ich das Essen kurz in der Mikrowelle erwärmen?“ Das erledige ich und nehme mich dann der Zwiebelsuppe an. Irgendwann wache ich wieder auf. Ich sitze zwischen den beiden Frauen, zusammengesunken. Puh, bin ich müde und erschöpft. Es kostet Anstrengung, ins Wache zu gelangen. Oje, die Zwiebelsuppe habe ich noch nicht erwärmt, der Fischteller ist inzwischen erneut kalt geworden. Nun muss ich noch einmal von vorne beginnen.

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