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Uraltkleider und Poet

Traum:
Seit einer ganzen Weile bin ich mit dem Aufarbeiten von Notwendigkeiten beschäftigt, die mir etwas Bauchdrücken bereiten, seitdem ich mich darum kümmere. Wirklich uralte Kleider wurden aus einer Kiste hervorgeholt. An ihnen haften Muff und dunkelgraue Schimmelflecken. Eine Frau und ich waschen, bereinigen, bügeln. Beim Bügeln eines langen Rockes aus himmelblauen Chiffoncrepe bemerke ich zweierlei: es ist noch nicht gelungen, den Stoff direkt am schmalen Gummibandbund wirklich zu glätten, aber dort befinden sich eh noch Stockflecken. Es wäre ärgerlich wegen der Bügelarbeit, den Rock noch einmal waschen zu müssen. Mit den Fingernägeln versuche ich die Flecken vom Stoff zu kratzen. Ganz in diesem Tun versunken, gehe ich zu dem Poet in seinem Kämmerlein. Auf dem Bett dort sitzt Michael Perkampus. Er ist derjenige, der entscheidet, wann die alten Kleider ordentlich genug hergerichtet sind. Als er sieht, dass ich die Stockflecken mit den Fingern zu beseitigen suche, winkt er unzufrieden ab. Alles klar, er akzeptiert das so nicht. Das heißt, ich muss damit noch einmal von vorne anfangen. Unvermittelt füllt mich eine Energie und ich versuche, ihn dazu zu bewegen, das Zimmer mal zu verlassen, mal hinauszugehen. Aber das kommt überhaupt nicht in Frage. Er besteht darauf, in seinem Reich zu bleiben, wo er konstruktiv wirken kann. Links von mir liegt er nun auf dem Bett, den angewinkelten rechten Arm unter den Kopf gelegt – der Anblick verliert seine Konturen und wird zum Hintergrund. In den Vordergrund legt sich ein Bild im rechten Blickwinkel. Es sind zwei merkwürdige Frauen, deren Körper wie Tropfen geformt sind. Am unteren Ende, direkt unter dem dicken Bauch, ragen zwei lange Füße hervor, die in extrem langen, spitz zulaufenden Schuhen stecken. Auf ihren spitz zulaufenden Köpfen tragen sie hohe, spitz zulaufende, schwarze Samthüte mit einer breiten Krempe. Eine blaue Flüssigkeit, die von außen eingeführt wird, läuft durch ihre Blutbahnen – ich vermute eine radioaktive Lösung. Hexen. Ich muss an Lymphknoten denken – gibt es okkulte Lymphknoten? Sie bereiten mir ein mulmiges Gefühl.

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