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Blutabnahme

Traum:
Im Krankenhaus; auf einer Liege im Untersuchungsraum. Am Fußende steht eine Ärztin. Sie nimmt mir Blut ab. Aus dem linken Arm und irgendwo zwischen den Füßen kommen Schläuche hervor. Sie füllt Ampulle um Ampulle mit dunklem Blut. Als ich nach rechts schaue, blicke ich wieder meinen Körper entlang, so als läge er 90° weiter nach rechts noch einmal da. Dort ist eine sehr entschlossene Ärztin tätig. Zack, zack, zack. Immer wieder stößt sie mir eine schmale Spritze in den Leib, die sich bald darauf mit Flüssigkeit füllt – mit glasklarem oder mit rotem Blut. Diese gefüllten Röhren stellt sie hochkant auf ein Tablett. Unzählige Male stieß sie bereits zu und es wird mir unangenehm. Mein Bauch beginnt zu spannen; ich beginne leise zu stöhnen. Sie macht eine unbeschwerte Bemerkung dazu und setzt die Arbeit fort. Irgendwann ist es vorbei, die Untersuchungen sind beendet. Die Ärztin, die mir große Mengen Blut durch die Schläuche abnahm, lächelt mir zu und sagt, sie wolle sich jetzt von mir verabschieden, denn wir würden uns nicht wieder sehen. Eine leise Freude keimt auf, denn ich verstehe es so, dass die Werte in Ordnung sind. Der Arzt, vielleicht ein Operateur, möchte auch nicht versäumen, sich zu verabschieden, damit ich nicht sauer bin – falls wir uns wieder sehen; in einem halben Jahr vielleicht? Ein leiser Schrecken gesellt sich zur Freude… in einem halben Jahr wieder sehen? Spricht er damit vielleicht eine Kontrolluntersuchung an? Eine dritte Ärztin, sie kommt von rechts, reicht mir ebenfalls die Hand. Sie schaut mich nachdenklich an und sagt bedauernd: „Leider können wir nichts dagegen machen, dass Sie Krebs haben.“ Damit bricht das ganze Hoffnungsgebäude zusammen. Es ist ganz schrecklich. Ich versuche noch, es mir zurechtzubiegen, aber wie soll das möglich sein bei so klaren Worten. Sie hat lange dunkle Haare, die sich in ganz weichen Wellen über die Schulter legen. Ihr Blick ist kühl, ihre Haut weich und hell.

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