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Der kusshungrige Blechgraf Szinti

Traum:
Blaubären, teils auch orangerosa und vanillegelbe Bären in gewundenen, körperlich anmutenden Bahnen. Ich werde von diesem Schwarm durch Nacht und Traum mitgenommen. Immer wieder wache ich aus diesem Erleben auf und schlafe sogleich wieder ein. Wenngleich das Fell der Bären mittelblau ist, so sind es keine Plüschbären oder verniedlichten echten Bären, sondern sie muten wie ganz eigene Wesen an. Mir kommt es vor, als seien diese Bären Körperzellen.

Am Ende der Nacht lande ich auf diesem Weg in einer Ausbuchtung; in einer kleinen Abteilung, die mit vielen Mechanismen ausgestattet ist. Die Ausstattung ist aus altweiß lackierten Metallgegenständen gefertigt. Der Anblick erinnert an den Szintigrafie-Raum in der Nuklearmedizin. Einige altweiß lackierte „Blechbüchsen-Männchen“ hängen an Drahtseilen, die in, an der Zimmerdecke verlegten, Leitschienen laufen. Von einer übergeordneten Leitstelle werden diese Blechbüchsen-Männchen gesteuert. Einer dieser Büchsen-Männchen schaut zu mir her. Eine Assistentin in Laborkittel weist mich darauf hin, mich nur ja nicht von ihm küssen zu lassen! Das werde hier nämlich immer wieder versucht – also nicht dazu verleiten lassen, nicht darauf hereinfallen! Gut, dass sie es gesagt hat. Er saust nämlich leise ratternd in seiner Führung auf mich zu. Kommt mir mit seinem Gesicht ganz nahe – Raum zum Küssen gäbe es – und schaut mich mit seinen beiden Büchsenaugen neugierig und offen an. Jedes Auge ist eine Konservendose, deren Boden den Durchblick bietet. Die gewellten Büchsenböden durchschauen mich völlig, trotz ihrer Verschlossenheit. Ich erwidere den Blick direkt und anhaltend. Er hält inne, schaut verblüfft in meine Augen. Würde ihn nicht die Vorrichtung halten, so käme er jetzt beim Zurückzucken ins Stolpern. „Oh, was für klare Augen, was für ein klarer Blick!!“ sagt er erschrocken und wirkt wie überrumpelt.

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