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Stöckchen für Hochzeitsgäste

Traum:
Ich muss unbedingt aufräumen; in meiner Alternativ-Wohnung mit dem lässig-spirituellen Chaos. Hier ist nämlich eine kleine Feier geplant.

Ich laufe hinaus, einen geradlinigen Gartenweg entlang, und steige direkt in ein Klassenzimmer ein. Unterrichtsstunde mit Erwachsenen – unter ihnen der Stadtschulrat, Stadtamtsrat und wasweißich. Ich steuere direkt auf einen freien Stuhl zu, der – ich hatte es wohl gar nicht anders erwartet – ein Nachtstuhl ist.
Ahh! Mit um mich herum ausgebreiteten Röcken lasse ich den Urin plätschern; von flatternden Fürzen begleitet. Das tut gut. Unter den erwachsenen Schülern werden Empörung und Unverständnis laut – ziemlich lautes „“Tz tz tz“. Mein Benehmen ist vermutlich unmöglich? Ich ziehe den Kopf ein und überlege, das Klassenzimmer fluchtartig zu verlassen. Ja, aber dann würde man nur noch mehr spotten! Ich bleibe auf dem Platz sitzen.

Links neben mir, in etwas erhöhter Position, sitzt die Kursleiterin. Sie überreicht mir eine Urkunde: auf laminiertem braunen Pergament, schmales Hochformat. Diese Urkunde bescheinigt, dass ich eine langjährige Ausbildung mit weitreichenden Erfahrungen im Einzelhandel genossen habe. Uih, das ist sehr erstaunlich! Wenn ich bedenke, dass ich noch nicht einmal eine Stunde hier bin und bis jetzt nicht am Unterricht teilnahm…

Mit der Urkunde in der Hand laufe ich wieder raus. Der gerade Gartenweg liegt vor mir. Ich zögere, als ich sein Ende sehe – hat dort jemand den Ausgang versperrt? Ein Mann vom Stadtrat ist mit dem Gatter beschäftigt. Der Anblick changiert: mal scheint der Weg frei genug, dann wieder verwehrt. Ich laufe los und kann das Tor passieren – es ist etwas eng, aber okay.

Wieder in der Alternativ-Wohnung. Aufräumen ist angesagt. Na, irgendwie komme ich damit einfach nicht voran; ich will ja schon die ganze Zeit aufräumen. Die Älteren kommen und ich zeige ihnen voller Freude meine Urkunde: Tolle Sache, da habe ich was vorzuweisen! Allerdings verschweige ich ihnen, dass ich diese Urkunde in einem Traum erhalten habe. Womöglich verliert die Urkunde – realistisch betrachtet – in den Augen der Älteren den Wert. Kurz überlege ich, es ihnen ganz ehrlich zu erzählen. Aber mir wäre das jetzt doch alles zu unbequem – alles erklären und meine Einstellung dazu bekunden… och nee, keine Lust dazu.

Thommy und Leila kommen. Ich erzählen ihnen, dass ich noch megamässig aufräumen muss; dass die Feier bald losgeht, ich Gäste erwarte. „Ist doch klar“, sagen die Beiden „wir machen den Abwasch!“ Es sei doch Ehrensache, sozusagen. Hey cool, das finde ich toll!

Zu Gast in einem nordeuropäischen Haus; im Wohnraum. Mehrmals geht es um Körperschichten; innere. Die Zwischenräume der hellroten Fleischschichten sind mit Blut gefüllt. Mit Blut, das ganz dunkel ist von der Asche, mit der es vermischt ist.

Ich werde heute heiraten. Einige Leute kommen hinzu, die mir klar machen, dass Vorbereitungen zu treffen sind – Vorbereitungen für die Feier. Ach so. Eine Frau zeigt mir ein Holzstöckchen (dick wie ein Besenstiel, an den Enden schmaler werdend; vielleicht 25 cm lang). Die Frau er klärt, von diesen Stöckchen brauche ich mehrere, nämlich eines für jeden Gast. Aha! Nur, woher nehmen; jetzt, so schnell? Für eine Bestellung reicht die Zeit nicht mehr. „Ich schaue mal bei mir im Keller nach. Vielleicht habe ich da noch einige Stöckchen vorrätig“ bietet die Frau an. Sie erzählt, sie esse gerne Möhren oder Zucchini. Diese Stöckchen entstehen nämlich, wenn man Möhren oder Zucchini langsam trocknen lässt. Ah so, das wusste ich noch nicht. Ebenso will die Frau Conradin fragen, der immer Zucchini ist.

Links von einige große Fenster. Ich blicke hinaus in das spätabendliche Dunkel. Ein Mann, der eine Weile bei uns im Wohnraum weilt, fragt, ob draußen zu sehen sei, dass eine bestimmte Person eingetroffen ist. Draußen parken drei Fahrzeuge am Straßenrand: ein cremeweißer Mercedes, ein dunkler kleiner Fiat und ein weiteres unbenennbares Fahrzeug. „Ja, sein Auto ist schon da!“ Also wird auch er da sein. Der Mann im Zimmer entspannt sich, als er hört, dieser Mensch ist eingetroffen.

Das Blut mit der Asche, die Stöckchen für die Hochzeitsgäste, kleine rote Rosen und Schleier(-kraut)…

Ich trete durch einen Seiteneingang hinaus. Es ist heller Tag – Vormittag. Ein cremeweißer Mercedes hält vor dem Haus. Ich stehe an der Beifahrerseite, in der Hand einen Chip, der als Autoschlüssel dient. Ein attraktiver Mann kommt daher; ich finde ihn sofort sympathisch. Er sagt, ich solle ihm die Schlüssel geben, er würde die Sache für mich erledigen; was mich entlasten soll. Ich zögere… schließlich kenne ich diesen Mann nicht. Voller Zärtlichkeit und schmelzender Zurückhaltung schließen wir uns in die Arme – ganz sanft und zart; wiegen uns ein wenig hin und her. Ich spüre Leichtigkeit, Vertrauen, Sphärisches und überlasse ihm den Schlüssel. Ja, vielleicht spüre ich sogar Erleichterung.

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