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Entwicklungsgespräch und in Freiburg

Traum:
Gegen 13 Uhr erscheine ich im Erdhügel, wo ich zu einem Entwicklungsgespräch mit Vigi verabredet bin. Einige Mütter vertreiben sich die Zeit in der Aula. Mir ist ganz klar, dass der Termin bereits um 11 Uhr war, ich aber die Zeit nicht eingehalten habe – eine Tatsache, die mich kaum stört. Außerdem erinnert Vigi die Termine oft auch nicht so genau.

Als Vigi erscheint, signalisiere ich ihm kurz, dass er nicht nur Moina, sondern auch mir die Haare kürzen soll. Ich stelle mir meine neue Frisur vor… sehe mich mit dieser und bemerke dabei meine eingefallenen Wangen. Die vergangenen Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Von Vigi angesprochen, werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Er sieht das alles ganz locker: Haare schneiden, na klar; dass ich zu spät gekommen bin, ist doch okay.

Kurz entschlossen nehme ich Moina an die Hand und trete an diesem noch frühen Vormittag eine Reise nach Freiburg an, um Keno zu besuchen.

Seine halb unterirdisch gelegenen weiten Kellerräume liegen noch unbeleuchtet. Nur trübes Tageslicht dringt durch die schmalen Fensterstreifen unterhalb der Zimmerdecke. So früh am Morgen ist Keno noch nicht hier. Hier unten beschäftigt er sich mit seinen Fotografien. Es gibt Schneidegeräte, Entwicklungslösungen und Entwicklungsgeräte, die meine Augen nur unbewusst streifen. Bald stehe ich vor einem kleinen Raum, der mittels einem durchsichtigen Plastikvorhang vom übrigen Raum abgeschirmt wird. Dieser Raum erinnert an einen Krankenhausfahrstuhl oder an einen Schleusenraum. Oben, wo der Vorhang am Türrahmen befestigt ist, sind schwarze Zahlen und Buchstaben auf dem Plastik aufgedruckt – unter anderem die Zahl 4. Ich erinnere den gestrigen Chat, zu dem wir zusammen kamen. Keno wird überrascht sein, dass ich hier bin.

Als er kommt, knie ich auf einem runden Holzhocker. Meinen Oberkörper vorgebeugt, das Gesicht auf die Oberschenkel gelegt, den Kopf in meinen angewinkelten Armen verborgen, zeige ich mich erst einmal nicht. Aus Unsicherheit kam mir die Idee, er solle erst einmal raten, wer ich bin. Ach, das ist ja richtig albern. Mein Erscheinen hier und heute ist ja so abwegig, dass er sicher nicht erraten kann, wer ich bin. Keno schaut überrascht und überlegt. Da zeige ich mich.

Wir sitzen zusammen. Er hat seinen rechten Arm um mich gelegt und ich lehne meinen Kopf an seine Brust. Moina habe ich an meine Brust herangezogen. So sitzen wir eine Weile und schweigen miteinander. Das alles hat eine sehr beruhigende Wirkung auf mich. Moina beginnt mit dem Spielzeug zu spielen, das Kenos Kinder gehört; wirft es durch die Gegend. Heute bin ich streng und dulde nicht, dass sie irgendeine Unnordung belässt. Mit festem Griff halte ich sie am Oberarm und lenke sie zu den verstreuten Spielzeugteilen, damit sie es einsammelt. Damit will ich meine Konsequenz demonstrieren. Ich vermute nämlich, dass Keno ein konsequentes Verhalten für wichtig erachtet – da will ich mir keine Blöße geben. Es überrascht mich allerdings, wie willig Moina sich führen lässt – das ist ungewöhnlich!

Ich stehe nachdenklich vor einen offenen Regal. Auf der anderen Seite bereitet Keno das Frühstück für die Kinder vor. Eigentlich sollte ich Keno sagen, warum ich gekommen bin; dass mich die Krankheit herführt. Aber da ist die tiefe Sprachlosigkeit – meine Worte sind weit davon entfernt, den Weg über die Lippen zu finden. Vielleicht erzähle ich ihm später davon – in einigen Wochen. Mal sehen.

Langsam begebe auch ich mich zum Frühstückstisch. Die Kinder sind bereits erschienen – ein munteres Treiben am Frühstückstisch. Es gibt Cerealien. Ich könnte mitessen. Ob ich die Wildrosen-Suppentasse nehmen soll? Ach nein, sie fasst so unverschämt viel. Am Besten ist, ich nehme ein kleines Plastikschälchen, das sieht bescheidener aus. Appetit habe ich zur Zeit ja sowieso nicht.

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