Home » Traumtagebuch » Hähne im Kamin

Hähne im Kamin

Traum:
Mit Mike und Moina in einem Hotel – ein Klassentreffen mit Unbekannten. Die erste Übernachtung liegt hinter uns. Unsere Koffer sind auf mehrere Räume verteilt. Überall stehen sie herum, offen, einen Teil der Klamotten und das Schreibzeug ausgepackt daneben; mir fehlt dann auch etwas der Überblick, wo ich was habe.

Mike und Moina liegen noch im Bett als eine ernste Frau in unser Zimmer kommt. Sie möchte hier schlafen, schaut sich um und gibt zu bedenken: „Hier gibt es ja Vögel. Dann will ich hier nicht schlafen.“
„Nö, ich habe keinen gesehen“, sage ich ehrlich. Sie zeigt zum Kamin. Ich sehe sofort – und das ist mir nicht neu – dass es an der Rückseite der Feuerstelle eine Öffnung nach draußen, einen Zulauf gibt. Die Feuerstelle ist mit einem gusseisernen Rautengitter umzäunt. Darin ein wunderschöner Hahn mit Gefieder in Schwarz und Goldbraun. Sein Hahnenkamm leuchtet kräftig rot. Möglich, dass noch zwei weitere Hähne im Kamin sind – so genau kann ich es nicht erkennen. Jaja, der Kamin wird als Hühnerkäfig genutzt! Das ist nichts Neues und sicher ganz okay so. Die Frau äußert Zweifel daran und meint, auch das sei ungesund; wegen der Federn. Hmm… wir sollten auch überlegen, in einem anderen Zimmer zu schlafen. Ich wende mich um, gehe ein paar Schritte, wo der Schlafbereich in einen halböffentlichen Bereich übergeht. Auf dem Fenstersims zu meiner Rechten liegt ein Buch von mir. Curd Jürgens erscheint. Er trägt einen breitkrempigen Panama-Hut. Etwas murrend bittet er mich, ihm ein Buch zu leihen. Ich nehme mein Buch von der Fensterbank – ein Rätselheft; vielleicht Sudoku. Ich spüre eine gewissen Unwillen, denn eigentlich möchte ich ja die Rätsel lösen. Aber komm, ich will nicht geizig sein und sage: „Wenn Sie mögen, dürfen sie auch einige der Rätsel in dem Buch lösen.“ Curd Jürgens greift das Buch wortlos und wirft während des Fortgehens ein durchsichtiges Deckelchen gleichgültig fort, dass wohl beim Buch dabei war. Ein so geringschätzender Umgang mit den Dingen ärgert mich und bringt eine Situation in Erinnerung, in der er seinen Sohn sehr streng behandelte. Autoritär, keinen Widerspruch erwartend sage ich: „Aufheben!“ Er schaut mich empört an und ich erkläre: „So machten Sie es vorhin mit ihrem Sohn! Ich darf das jetzt nicht? Das schätze ich gar nicht. Also, machen Sie!“ Die Situation löst sich auf.

Etwas weiter draußen, vielleicht in einem abgelegenen Eingangsbereich des Hotels. Eine Frau sitzt im Halbdunkel auf ihrem Gepäck und erzählt, ihr Mann, er heißt Zen Null, habe ungewöhnlich gute Augen. Ich solle doch mal ihre Zähne anschauen. Ganz nahe trete ich ran. Ach, ich habe ja gar keine Brille auf, da seh ich doch eh nix. Zu meiner Überraschung sehe ich doch klar, nämlich die unterschiedlichen Farben des Zahnschmelzes und auch feine weiße Flecken. Sie sagt, ihr Mann habe noch etwas erkannt. Ob ich es auch erkennen und benennen könnte. Hmm hmm… Ah ja! Ihre Zähne weisen feine Längsrillen auf. Ich rufe überrascht: „Das sieht wie beim Fingernagel aus!“
„Ja!!“ sagt sie. Es ist wie ein großer Treffer. Die Frau wirkt dann doch etwas verblüfft, weil ich wie Zen Null den gleichen Vergleich mit den Fingernägeln brachte.

Tags: