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Jakobsweg

Den größten Teil des Traumes habe ich vergessen, ebenso eine Reihe von Details dieses erinnerten Traumteils:

… Die Fahrt geht im Van der Älteren weiter. Drei Männer sind in meiner Begleitung. Seit heute. Wir steigen von hinten in das Fahrzeug, gleichzeitig von der Fahrerseite aus auf die Rückbank und versuchen einen Platz zu finden. Anfangs gibt es ein unruhiges, unschlüssiges Hin und Her. Die Männer sperren sich gegen irgendetwas, das mit den Älteren zu tun hat. Vermutlich ist den Männern die ganze Angelegenheit zu konservativ. Sie wollen sich nicht anpassen, lieber rebellieren. Langsam nervt mich eine solche Kinderei. Wir sind zu Gast in diesem Fahrzeug und können froh sein, dass wir schnell und unkompliziert gefahren werden! Da wird es ja wohl nicht zu viel verlangt sein, für diesen kurzen Zeitraum Ruhe zu bewahren und die Situation einfach so zu akzeptieren, wie sie ist. Außerdem fehlt mir die Kraft für diesen Stress, für eine anstrengende Auseinandersetzung mit den Älteren, die für mich ja keinen Sinn ergibt. Ich weiß zudem, wenn die Männer eine zu große Klappe haben, wirft der Ältere sie bald hinaus. Das wäre allerdings schlecht. Die Männer müssen nämlich mit.

Ich richte meine Aufmerksamkeit nach innen, in den Bauchraum und konzentriere mich auf meine innere Haltung. Unter großer innerer Anstrengung übertrage ich meine Einstellung insoweit auf die Männer, dass sie langsam ruhiger werden. Es ist anstrengend, es zu tun und ich weiß nicht, ob es etwas bringt. Aber die Lage beruhigt sich tatsächlich.

Im Halbdunkel. Wir kommen an. Die Männer und ich verlassen das Fahrzeug. Ich mache mich ohne Umschweife auf den Weg, streife währenddessen ein ockerfarbenes Kopftuch über und knote es nicht zu fest unter meinem Kinn. Hinter mir gehen noch zwei Ichs, die mir identisch sind und ebenfalls dieses Kopftuch tragen. Ich blicke mich nicht um, nehme aber wahr, dass die drei Männer ebenfalls dieses Kopftuch aufsetzen und mir/uns mit etwas Abstand folgen. Mag sein, dass sie das ein wenig unwillig tun, aber als Widersacher – so wie zu Beginn – erlebe ich sie nun nicht mehr. Es ist gut.

Es geht steil einen Berg hinauf. Der Weg besteht aus grobkörnigem Sand, der unter den Füßen nachgibt und ein wenig rutscht. Anfangs befürchte ich, nicht ausreichend Halt zu finden, um den Weg gehen zu können. Aber da spüre ich es mit einem Male deutlich unter den Füßen: es gibt Stufen unter dem Sand. Der Sand zeichnet die Linien fast ein wenig nach. Wie in einem lichten Moment weiß ich kurz, dass ich auf dem Jakobsweg bin. Die Stufen geben Halt, der Weg wird deutlich leichter und ehe ich mich versehe, komme ich oben an. Direkt vor meinen Füßen zeichnet sich ein großes Markierungskreuz in den Sand. Der Sand sickert leise in die Kreuzlinie. ‚Hier also.’

Während ich, durch einen Außenreiz ausgelöst, langsam aufwache, setzt sich ohne mein Dazutun eine Visualisierung fort, die ich diese Tage begonnen habe.

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