Home » Traumtagebuch » Thanatos und Eros

Thanatos und Eros

Vielleicht war es ein Traum mit drei Szenen oder es waren drei unabhängige Träume; das kann ich nicht genau sagen:

Da ist ein Mann - ein bestimmter Blogger - etwa zehn Jahre jünger als ich. Wir sind nackt, was nicht als unbekleidet erlebt wird, sondern selbstverständlich. Der Mann ist attraktiv und sympathisch. Ich gehe auf ihn zu und sage: „Da ich bald sterben werde, möchte ich Dich jetzt küssen.“ So etwas Direktes würde ich mir ansonsten nicht erlauben. Aber was habe ich jetzt noch zu verlieren? Nichts. Der Mann reagiert sogar entgegenkommend. Unsere Lippen spielen miteinander, ehe sie sich einem zarten Zungenspiel öffnen.

Da ist ein Mann – ich kenne ihn nicht, Typ jünglinghafter Steinbock - etwa zehn Jahre jünger als ich. Wir sind nackt, was nicht als unbekleidet erlebt wird, sondern als selbstverständlich. Der Mann ist attraktiv und sympathisch. Ich gehe auf ihn zu und sage: „Da ich bald sterben werde, möchte ich Dich jetzt küssen.“ So etwas Direktes hätte ich mir unter anderen Umständen nicht erlaubt, aber ich habe ja nichts mehr zu verlieren. Der Mann zögert, kommt mir dann aber doch entgegen. Unsere Münder berühren und öffnen sich. Ich glaube aber, er will mich gar nicht wirklich küssen, denn sein Mund ist offen und leer – ohne züngelnde Fleischeslust. Das ist mir etwas unangenehm, denn so aufdringlich möchte ich nun auch wieder nicht sein.

Da ist eine Frau – mir unbekannt; erinnert an eine bestimmte Bloggerin, zu der ich keinen Kontakt habe. Wir sind nackt, was völlig selbstverständlich ist. Sie wirkt sportlich und bei aller Weiblichkeit doch auch etwas knabenhaft. Ich gehe auf sie zu und sage: „Da ich bald sterben werde, möchte ich Dich jetzt küssen.“ Sie reagiert darauf von vornherein ablehnend und etwas unwirsch. Sie versteht meine Beweggründe nicht und wir kennen uns ja gar nicht, so dass meine Annäherung doch wirklich aufdringlich ist. Dennoch liegen wir uns dann ganz lose und etwas distanziert in den Armen. Unsere Lippen berühren sich, ohne wirklich zueinander zu finden. Es ist weder angenehm noch unangenehm, zugleich ist es angenehm und unangenehm zugleich.

Links:

Zum Schicksal des Todestriebes in der Psychoanalyse
Wiederholungen

Tags: