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Der Schmerz des 50er Jahre Mechanikers

Traum:
Zu einer Zeit gegen Ende der 50er Jahre. Ein Mann werkelt in der Garage; es ist seine kleine Auto-Werkstatt. Er trägt den Oberkörper frei – die Haut glänzt von Schweiß und Öl. Mike und ich sind hinzugekommen, wir stehen nun zu dritt beisammen. Der Monteur greift in ein kleines Regal, nimmt eine selbstgesiedete Seife heraus und reicht sie mir. Eine Kante weist ein angebrochenes Blütenmuster auf. Die Seife, sie ist blau, grün und vanillegelb marmoriert, steckt in einer kleinen Pappbanderole. Ich schnuppere daran – sie riecht in erster Linie nach Seife, andere Duftstoffe wären kaum wahrnehmbar, falls sie enthalten sind. Der Mechaniker holt eine Plastikflasche (lässt an Weichspüler denken) mit einem selbsthergestellten Reinigungsmittel aus dem Regal und sagt voller Vorfreude, während er mir die Flasche reicht, zu Mike: „Der Duft wird ihr ganz sicher gefallen!“

Als ich die Flasche öffne und am Inhalt rieche, spüre ich seinen durchdringenden Blick… Hm, so toll duftet es nicht, sondern fast schon aggressiv nach Reinigungsmittel. Aber wenn ich bedenke, welche Mittel während der 50er Jahre zur Verfügung standen, ist das sicherlich ein wohlriechendes Ergebnis. Nur ist es nicht so ganz mein Geschmack. Da packt mich der Mechaniker mit hartem Griff an den Schultern und presst zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen hervor: „Was glaubst Du, welchen Schmerz Du mir damit bereitest!!!“

Voller Zorn schiebt er mich rückwärts durch die Garage. Sein Griff schmerzt, ich versuche meine Finger in sein Gesicht zu graben, um ihn abzuwehren. Aber ich habe keine spitzen Nägel, die weichen Fingerkuppen gleiten von seinem feuchten Gesicht ab – die Haut ist voller frischem Maschinenöl und Schweiß, teils mit dunklen Schmierölflecken. Ebenso finde ich keine Angriffsfläche an seinen Schultern. Meine Finger gleiten auch dort bis über seine Brust hinab. In meiner Brust brennen Tränen und ein tiefer Schmerz. Ich rufe aus: „Aber mein Gott, der Schmerz ist doch auch in mir!!!“
Eine zutiefst erschütternde Situation.

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